Vergessene Täter: Wer sah 1940 in Lörrach schweigend zu?
Vergessene Täter: Wer sah 1940 in Lörrach schweigend zu?
Eine beunruhigende Sammlung von Fotografien aus dem Jahr 1940 ist nun ausgestellt – sie zeigen die Deportation der jüdischen Gemeinde Lörrachs durch die Deutsche Bahn. Die Bilder halten Kinder und Erwachsene fest, die zusehen, wie Sicherheitskräfte der Deutschen Bank jüdische Männer und Frauen in Transporte zwingen. Doch die Zuschauer aus der Stadt wurden aus den Aufnahmen herausgeschnitten, ihre Identitäten – und ihre Rollen – bleiben unbekannt.
Alina Bothes Projekt "Letzte Spuren" hat ähnliche Bilder aus 70 deutschen Städten zusammengetragen. Während viele jüdische Opfer identifiziert werden konnten, finden sich in den Archiven keine Täter oder passive Beobachter der Deutschen Bahn oder der Deutschen Bank.
Die Fotos entstanden während der Deportationen zwischen 1941 und 1945, als Juden in Vernichtungslager wie Auschwitz verschleppt wurden. Keines der erfassten Opfer hat das Jahr 2026 erlebt – die letzten Überlebenden der Transporte sind inzwischen verstorben.
Bothes Suche nach diesen Aufnahmen stößt auf Widerstand. Manche Institutionen zeigen Gleichgültigkeit, andere, wie die Gedenkstätte Bergen-Belsen, berichten von Hasspost. Elke Gryglewski, eine Mitarbeiterin dort, beschreibt Nachrichten, die von Teilnahmslosigkeit bis zu offener Feindseligkeit reichen.
Auf der kürzlichen Konferenz "Nie befreit?" diskutierten Expert:innen über den Umgang mit Holocaust-Überlebenden nach 1945. Der Medizinhistoriker Christian Pross verwies darauf, dass sich die Traumata der Shoah über Generationen vererbten und auch die Kinder der Betroffenen prägten. Die Tagung machte zudem deutlich, wie wenig Unterstützung die Überlebenden nach ihrer Befreiung erhielten.
Mehr als 80 Jahre später bleiben Fragen offen: Wer in diesen Städten war mitschuldig? Wer sah schweigend zu? Wer wandte den Blick ab? Die beschnittenen Fotos aus Lörrach deuten auf eine tiefere Weigerung in der deutschen Gesellschaft hin, sich mit der Rolle gewöhnlicher Menschen im Holocaust auseinanderzusetzen.
Das "Letzte Spuren"-Projekt hat Opfer dokumentiert, doch kaum Täter oder Zuschauer der Deutschen Bahn oder der Deutschen Bank. Für viele Überlebende hatte die Gründung des Staates Israel nach dem Krieg eine tiefe Bedeutung. Doch Jahrzehnte später sind die Identitäten derer, die die Deportationen ermöglichten oder ignorierten, weitgehend unbekannt.
Die Fotografien dienen heute nicht nur als Zeugnis der Opfer, sondern auch als Mahnmal für die Lücken in der Geschichte, die noch immer Aufarbeitung verlangen.
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