21 April 2026, 18:32

Duisburger Polizeilabor explodiert mit 4,66 Millionen Euro Kosten – Luxus statt Sparsamkeit

Polizisten vor einem Starbucks-Café mit einem Van auf der rechten Seite und Menschen auf der linken Seite, mit einem Gebäude, einem Schild, einem Laternenmast und einem Zaun im Hintergrund.

Duisburger Polizeilabor explodiert mit 4,66 Millionen Euro Kosten – Luxus statt Sparsamkeit

Hochtechnologie-Polizeilabor in Duisburg gerät wegen explodierender Kosten in die Kritik

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Ein innovatives Polizeilabor in Duisburg steht in der Kritik, nachdem sich die Baukosten von ursprünglich geplanten 250.000 Euro auf 4,66 Millionen Euro mehr als verachtzehnfacht haben. Das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) hatte vor Baubeginn keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt. Doch statt schlichter Funktionalität glänzt die Einrichtung nun mit Luxusausstattung – neben experimenteller Polizeitechnik.

Ursprünglich sollte das Duisburger Innovationslabor auf 530 Quadratmetern für 250.000 Euro entstehen. Bis zur Fertigstellung stiegen die Ausgaben jedoch auf 4,66 Millionen Euro an – ohne vorherige wirtschaftliche Prüfung.

Im Inneren verbindet das Labor hochwertigen Komfort mit modernster Polizeitechnik. Polizeihauptkommissar Klaus Brandner empfängt Besucher mit Kaffee aus einer Maschine mit 100 individuellen Einstellungen, die Getränke auf Barista-Niveau zubereitet. Das Büro verfügt über einen Wellnessbereich, eine Minigolfanlage und samtbezogene Sessel im Konferenzraum. Gebraucht erworbene Luxusmöbel wie eine Mahagoni-Küche und Designer-Hocker runden die Ausstattung ab.

Doch nicht alle Bereiche scheinen genutzt zu werden: Ein Überwachungsstandort liegt brach, ausgestattet nur mit einem alten Schwarz-Weiß-Fernseher und umgestürzten Plastikstühlen. Gleichzeitig ist ein Roboterhund namens Spot im Dauereinsatz. Programmiert, um belastendes Material zu zerstören, wird er durchgehend im Außendienst eingesetzt.

Brandner bezeichnet das Projekt als "brillant teuer" und hofft, das Modell bei Erfolg auf Polizeistationen in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) auszuweiten. Selbst Kleinigkeiten sorgten für Aufsehen – so wählten Beamte für eine Fahrt zum Landesrechnungshof lieber ein Taxi als den vorgeschlagenen Limousinenservice.

Die Zukunft des Labors hängt davon ab, ob es seinen polizeilichen Nutzen beweisen kann. Bei Erfolg könnte das luxuriös ausgestattete Modell zum Vorbild für ganz NRW werden. Doch bisher bleiben Fragen zu den Kosten und der praktischen Verwendung offen.

Quelle