29.000 Messerangriffe in 2025: Deutschlands düstere Gewaltbilanz trotz sinkender Kriminalität
Juliane Sontag29.000 Messerangriffe in 2025: Deutschlands düstere Gewaltbilanz trotz sinkender Kriminalität
Deutschland verzeichnete 2025 fast 29.000 Messerangriffe – durchschnittlich 80 pro Tag
Die aktuellen Kriminalstatistiken zeigen zudem einen Anstieg der Gewaltverbrechen, darunter Vergewaltigungen und Morde, trotz eines insgesamt rückläufigen Fallaufkommens.
Die Gesamtzahl der Straftaten in Deutschland sank im vergangenen Jahr um 5,6 % auf etwa 5,5 Millionen Delikte. Gleichzeitig stiegen schwere Sexualstraftaten um 8,5 %, während die Zahl der Morde und Totschläge um 6,5 % zunahm.
Nichtdeutsche Tatverdächtige waren demnach etwa 2,6-mal häufiger vertreten als deutsche Staatsbürger. Unter den am häufigsten erfassten ausländischen Nationalitäten befanden sich die Türkei, Syrien, Rumänien, die Ukraine, Polen und Afghanistan.
Die Türkische Gemeinde in Deutschland kritisierte die Handhabung der Daten durch die Regierung scharf. Ihr Bundesvorsitzende, Mehtap Çaglar, warf Innenminister Alexander Dobrindt vor, die Statistiken für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Der Verband argumentierte, dass Polizeistatistiken eher die Schwerpunkte der Strafverfolgung widerspiegeln als das tatsächliche Kriminalitätsniveau oder dessen Ursachen.
Zudem verwiesen sie auf strukturelle Faktoren, etwa die höhere Wahrscheinlichkeit, dass Migranten angezeigt werden. Die Organisation warf der Regierung vor, eine "rassistische" Deutung der Zahlen zu fördern.
Der Kriminalitätsbericht 2025 zeigt somit ambivalente Entwicklungen: Während die Gesamtkriminalität zurückging, nahmen Gewalt- und Messerdelikte zu. Die Debatte über die Interpretation der Daten hält an – Kritiker hinterfragen, ob die Statistiken tatsächliche Kriminalitätstrends abbilden oder vielmehr Verfolgungsbias widerspiegeln.






