15 April 2026, 12:34

Berliner Ausbildungsabgabe 2028: Warum Startups gegen die neue Pflicht protestieren

Logo der Berliner Finanzinitiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift "Berliner Finanzinitiative."

Berliner Ausbildungsabgabe 2028: Warum Startups gegen die neue Pflicht protestieren

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat eine umstrittene Ausbildungsabgabe beschlossen, die Unternehmen zur Zahlung in einen Fonds verpflichtet, wenn sie ihre Ausbildungsquoten nicht erfüllen. Die neue Regelung, die 2028 in Kraft treten soll, stößt bei lokalen Startups und Unternehmensgründern auf scharfe Kritik. Viele werfen der Politik vor, die Herausforderungen zu verkennen, vor denen kleine Betriebe bei der Bereitstellung klassischer Ausbildungsplätze stehen.

Laut der neuen Vorschrift müssen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten sicherstellen, dass ihre Ausbildungsquote dem bundesweiten Durchschnitt von 4,6 Prozent entspricht. Wer dies nicht schafft, zahlt in einen Fonds ein, der voraussichtlich jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen soll. Ziel der Abgabe ist es, die Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern – doch Gründer halten dagegen, dass sie die praktischen Realitäten ignoriert.

Marius Meiners von Peec AI bezeichnete die Einstellung von Auszubildenden für sein Team als "absolut undurchführbar" und verwies auf begrenzte Kapazitäten sowie eine Arbeitsstruktur, die sich nicht für traditionelle Ausbildungsmodelle eigne. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, kritisierte die Abgabe als "noch ein weiteres falsches Signal" aus Berlin und betonte, sein Unternehmen setze stattdessen auf Automatisierung und moderne, visuelle Lernmethoden.

Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, warf der Stadt vor, "das zu bestrafen, was sie nicht versteht" – insbesondere Startups mit unkonventionellen Geschäftsmodellen. Agnieszka Walorska von Mika wies auf ein tieferliegendes Problem hin: das mangelnde Interesse junger Menschen an dualen Ausbildungen, statt an einem Mangel an Bereitschaft seitens der Unternehmen. Die Kritiker der Regelung argumentieren, sie belaste Betriebe zusätzlich, ohne die eigentlichen Ursachen für den Rückgang der Ausbildungszahlen zu bekämpfen.

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Die Abgabe tritt 2028 in Kraft und setzt Unternehmen, die die Ausbildungsvorgaben verfehlen, unter finanziellen Druck. Zwar könnte der Fonds jährlich Millionen einbringen – doch Gründer warnen, dass die Regelung Firmen in Richtung Automatisierung oder alternative Ausbildungsmodelle drängen könnte. Wie sich die Maßnahme auf die Berliner Startup-Szene und die Jugendarbeitslosigkeit auswirken wird, bleibt abzuwarten.

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