Zahnärzte in Not: Versorgungskasse verliert die Hälfte ihres Vermögens durch Fehlinvestitionen
Cetin GeißlerZahnärzte in Not: Versorgungskasse verliert die Hälfte ihres Vermögens durch Fehlinvestitionen
Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken besorgt in die Zukunft: Ihre Versorgungskasse hat massive Verluste erlitten, was ihre Altersvorsorge in Frage stellt. Die Krise spitzte sich zu, als der Versicherer Element Insolvenz anmelden musste und weitere riskante Investitionen der Kasse zusammenbrachen. Laut Berichten hat der Fonds die Hälfte seines Gesamtvermögens verloren – für viele Betroffene bedeutet das existenzielle Sorgen um ihre finanzielle Absicherung.
Ausgelöst wurde die Misere durch eine Reihe hochspekulativer Anlagen, die nach hinten losgingen und die Versorgungskasse in schwere finanzielle Turbulenzen stürzten. Als die Verluste öffentlich wurden, war das Vermögen des Fonds bereits um die Hälfte geschrumpft – unter den Mitgliedern brach daraufhin große Beunruhigung aus.
Im April wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Kasse nach einem Misstrauensvotum abberufen. Die Abwahl erforderte eine Zwei-Drittel-Mehrheit in der Vertreterversammlung – ein Zeichen für die demokratischen Strukturen und die hohen Hürden für eine solche Entscheidung. Der ehemalige Vorsitzende focht die Abberufung jedoch an und klagte vor Gericht gegen die Rechtmäßigkeit seines Rauswurfs.
Zunächst urteilte die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, dass die Entlassung rechtlich nicht haltbar sei. Konsequenzen blieben damals jedoch aus. Später entschied das Verwaltungsgericht Berlin, dass ein Vertrauensverlust in die Führung des Vorsitzenden durchaus ein triftiger Grund für seine Abberufung sein könne. Dennoch bestreitet der ehemalige Vorsitzende weiterhin jede Schuld und beharrt darauf, dass seine Entlassung ungerechtfertigt war.
Die Versorgungskasse funktioniert nach einem besonderen Modell: Die Selbstverwaltungsaufgaben werden nicht nach fachlicher Expertise, sondern aufgrund historisch gewachsener Strukturen vergeben. Diese Besonderheit hat die laufenden juristischen und finanziellen Auseinandersetzungen zusätzlich verkompliziert.
Der Zusammenbruch der Kasse wirft tausende Zahnärztinnen und Zahnärzte in eine ungewisse Zukunft. Mit der Hälfte des Vermögens verloren und anhaltenden Rechtsstreitigkeiten ist unklar, ob sich der Fonds jemals erholen wird. Wie es für die Betroffenen weitergeht, hängt nun vom Ausgang des Gerichtsverfahrens und möglichen weiteren regulatorischen Schritten ab.






