Wie klimaresistente Mischwälder unser Wasser und Klima retten können
Juliane SontagWie klimaresistente Mischwälder unser Wasser und Klima retten können
Wälder spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewirtschaftung von Wasserressourcen und dem Schutz vor Extremwetter. Da Dürren und Starkregen häufiger auftreten, wird die Umwandlung von Wäldern in klimaresistente Mischwälder immer wichtiger. Diese Ökosysteme kühlen nicht nur die Luft, sondern helfen auch, den Wasserhaushalt zu regulieren und die Grundwasserqualität zu verbessern.
Mischwälder tragen auf vielfältige Weise zur Wasserbilanz bei. Ihre vielfältige Struktur ermöglicht es Regen und Schnee, besser in den Boden einzudringen – besonders im Winter, wenn Laubbäume ihr Blattwerk abwerfen. Dieser Prozess fördert die Grundwasserneubildung und verringert das Risiko von Sturzfluten in benachbarten Städten und Dörfern.
Waldböden wirken wie ein natürlicher Schwamm: Sie saugen Niederschläge auf und geben das Wasser langsam wieder ab. Diese verzögerte Freisetzung beugt Bodenerosion vor und mildert die Folgen von Starkregen. Zudem wird das durch den Boden gefilterte Wasser gereinigt – ein natürliches Klärsystem.
Über die Wasserspeicherung hinaus beeinflussen Wälder das lokale Klima. Durch die Verdunstung von Blättern kühlen sie die Umgebungsluft und bieten an heißen Sommertagen Erleichterung. Bäume tragen zudem zur Wolkenbildung bei, was die regionalen Niederschläge fördern kann.
In Baden-Württemberg leitet das Forstliche Forschungsinstitut Pilotprojekte zur Verbesserung der Wasserrückhaltung. Dazu gehören die Optimierung der Entwässerung entlang von Waldwegen, die temporäre Speicherung von Oberflächenabfluss und die Renaturierung von Gewässern in Wäldern. Ähnliche Vorhaben in anderen Bundesländern sind jedoch kaum dokumentiert.
Der Ausbau klimaresistenter Wälder unterstreicht ihre Bedeutung für das Wassermanagement und den Schutz von Gemeinden. Durch die Speicherung von Wasser, die Filterung von Abflüssen und die Regulierung des Mikroklimas bieten diese Ökosysteme natürliche Lösungen für extreme Wetterbedingungen. Die Pilotprojekte in Baden-Württemberg dienen als Vorbild – doch eine flächendeckende Umsetzung in Deutschland steht noch aus.






