20 April 2026, 12:30

Warum Rehe nicht schuld an den Waldschäden sind – und der Mensch das Problem ist

Ein Plakat mit der Aufschrift "Wild Life: Die Nationalparks bewahren alle Leben" mit einem Reh, das in Wasser umgeben von Bäumen steht.

Warum Rehe nicht schuld an den Waldschäden sind – und der Mensch das Problem ist

Rehe zerstören junge Bäume in deutschen Wäldern und erschweren so die natürliche Verjüngung der Waldgebiete. Doch Experten sind sich einig: Das eigentliche Problem sind nicht die Tiere – sondern das menschliche Verhalten. Wildtierbiologen fordern nun eine Reform der Jagdmethoden, um sowohl die Wälder als auch die dort lebenden Tiere zu schützen.

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Das Problem beginnt mit dem Verhalten der Rehe, wenn sie sich bedroht fühlen. Ilse Stroch, Leiterin des Lehrstuhls für Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Universität Freiburg, erklärt, dass intensiver Jagd Druck die Tiere dazu bringt, offene Flächen zu meiden. Stattdessen ziehen sie sich tief in den Wald zurück, wo sie sich an jungen Bäumen und Trieben gütlich tun.

Stroch betont, dass Rehe von Natur aus offene Lichtungen bevorzugen – sofern sie sich sicher fühlen. In ungestörten Gebieten fressen sie meist Gras und Sträucher statt Bäume. Das deutet darauf hin, dass die Tiere nicht die Ursache für die Waldschäden sind, sondern das menschliche Handeln.

Einige schlagen vor, die Bestände der Rehe stärker zu dezimieren, um die Zerstörung zu stoppen. Doch Wildtierbiologen widersprechen dieser Lösung. Sie plädieren stattdessen für eine Reduzierung der Jagd und die Schaffung von Schutzgebieten für Wildtiere. In solchen Zonen hätten die Rehe alternative Nahrungsquellen und würden junge Bäume weniger stark schädigen.

Vanessa Reske, Reporterin bei Deutschlandfunk Nova, brachte es auf den Punkt: "Eigentlich ist der Mensch das Problem." Die Lösung, so die Experten, liege darin, das Zusammenleben von Mensch und Wildtier zu verändern – und nicht einfach die Tiere zu entfernen.

Die Debatte über die Umgestaltung der Wälder konzentriert sich mittlerweile weniger auf die Rehbestände als vielmehr auf die Jagdpraxis. Würde der Jagddruck nachlassen, könnten die Tiere ihr Fressverhalten anpassen und junge Bäume verschonen. Dieser Ansatz würde nicht nur die Wälder entlasten, sondern auch die Wildtierpopulationen im Gleichgewicht halten.

Quelle