Volkswagen plant radikale Stellenstreichungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Suse RädelVolkswagen plant radikale Stellenstreichungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen in Deutschland vor – bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz durch chinesische Automobilhersteller und die eigene günstigere Tochtermarke Škoda. Die Unternehmensführung hat eingeräumt, dass einige Sparten nicht mehr wettbewerbsfähig sind, und plant nun einen tiefgreifenden Personalabbau.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli zusammenkommen, um über die vorgeschlagenen Reformen und die Arbeitsplatzkürzungen zu beraten. Dazu könnten auch die Schließung von vier Werken in Deutschland gehören. Trotz der Einschnitte bleibt Volkswagen profitabel, doch seine langfristige Position in Asien hat sich verschlechtert – ein Grund zur Sorge für Investoren.
Die Aktie des Konzerns wird derzeit mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027 gehandelt, was viele als unterbewertet ansehen. Die Entscheidung zum Stellenabbau wurde jedoch ohne Einbindung der Arbeitnehmervertreter getroffen. Niedersachsen, das mit 20,2 Prozent an Volkswagen beteiligt ist, behält das Recht, solche Maßnahmen – einschließlich Werksschließungen – zu blockieren.
Traditionell hat der links-grüne Block bei Volkswagen, gestützt durch die Arbeitnehmervertreter, hohe Löhne und eine große Belegschaft durchgesetzt. Konzernchef Oliver Blume und andere Führungskräfte haben jedoch signalisiert, dass sich das Unternehmen nun anpassen müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben – selbst wenn dies eine weitere Phase der Umbrüche bedeutet.
Die geplanten Kürzungen könnten die Strukturen von Volkswagen in Deutschland grundlegend verändern. Angesichts des Vetorechts Niedersachsens und der anstehenden Aufsichtsratssitzung bleibt die endgültige Entscheidung jedoch ungewiss. Die finanzielle Stabilität des Konzerns und die Aktienbewertung deuten darauf hin, dass Investoren Potenzial sehen – doch der weitere Weg hängt davon ab, ob es gelingt, die Kosten- und Wettbewerbsprobleme zu lösen.
