18 June 2026, 14:23

Thomas Hitzlspergers Coming-out: Warum der Fußball noch immer ein Tabu-Thema ist

Ist er schwul, Alda?

Thomas Hitzlspergers Coming-out: Warum der Fußball noch immer ein Tabu-Thema ist

Thomas Hitzlsperger sorgte 2014 für Schlagzeilen, als er in einem Interview mit der Zeit seine Homosexualität öffentlich machte. Der ehemalige Nationalspieler, der heute als Experte für die ARD arbeitet, wurde damit zu einer der wenigen offen schwulen Persönlichkeiten im Profifußball. Seine Offenbarung löste eine breite Diskussion und Welle der Solidarität aus – selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte seinen Mut.

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Doch Hitzlspergers Coming-out war nicht ohne Hindernisse. DFB-Bundestrainer Joachim Löw hatte ihm zuvor davon abgeraten und vor der öffentlichen Aufmerksamkeit sowie dem Leistungsdruck gewarnt, der damit einhergehen könnte. Die Stigmatisierung von Homosexualität im Männerfußball bleibt nach wie vor stark ausgeprägt – der Sport behandelt das Thema in Deutschland und weltweit oft noch als Tabu oder gar als „unmännlich“.

Schon in den 1990er-Jahren hatte Marcus Urban seine Profikarriere wegen des Drucks, seine sexuelle Orientierung verbergen zu müssen, vollständig aufgegeben. Jahrzehnte später ist das Problem weiterhin präsent. Christian Dobrick, ein Jugendtrainer beim FC St. Pauli, bestätigt, dass auch heute noch talentierte Spieler den Fußball aufgeben, um nicht länger ein Doppelleben führen oder homophobe Anfeindungen in den Umkleidekabinen ertragen zu müssen. Trotz statistischer Wahrscheinlichkeit hat seitdem kein weiterer Profifußballer in Deutschland Hitzlspergers Beispiel gefolgt.

Sein Coming-out hielt die Republik wochenlang in Atem und rückte die anhaltenden Akzeptanzkämpfe im Fußball ins Rampenlicht. Doch dass seither keine ähnlichen Bekenntnisse folgten, zeigt: Der Sport hat auf dem Weg zur Überwindung von Homophobie noch einen langen Weg vor sich.

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