RAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede vor dem Aus oder Rettung in letzter Minute?
Juliane SontagRAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede vor dem Aus oder Rettung in letzter Minute?
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bekannten kulturellen Hotspots, ist ungewiss. Derzeit beherbergt das Areal Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt. Die Spannungen steigen, da einige Mieter – darunter der Club Cassiopeia – bereits ab nächster Woche mit Räumungsklagen konfrontiert sind.
Ursprünglich als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge genutzt, wurde das RAW-Gelände später aufgegeben, bevor es von Bars, Clubs und Vereinen wiederbelebt wurde. Nun wirft der private Eigentümer, die Kurth Group, der Stadt vor, frühere Vereinbarungen gebrochen zu haben. Das Unternehmen fordert eine schnellere Baugenehmigung, um auf dem Gelände Wohnungen zu errichten.
Streitpunkt ist, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und ob die historischen Hallen, die von Clubs und Kultureinrichtungen genutzt werden, erhalten bleiben. Als Reaktion haben Senat und Bezirk zu weiteren Gesprächen aufgerufen, um die einzigartige Identität des Geländes zu bewahren.
Die Proteste haben bereits begonnen: Dutzende versammelten sich am Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Mit Livemusik und Reden wurde gegen die Pläne demonstriert. Unterdessen startete Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter des Club Cassiopeia, eine Petition, in der die Kurth Group aufgefordert wird, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Die Unterschriften sollen diesen Freitag an den Senat übergeben werden, um den Druck zu erhöhen.
Für den Club Cassiopeia und andere Mieter könnte es bald zum Aus aus Teilen des RAW-Geländes kommen. Die Petition und die Proteste zielen darauf ab, eine Lösung zu erzwingen, die die kulturelle Nutzung des Ortes sichert. Das weitere Vorgehen hängt von den Verhandlungen zwischen der Kurth Group, dem Senat und dem Bezirk ab.
