Markgräflerland startet 2026 mit revolutionärem ÖPNV-Netz und dichteren Takten
Juliane SontagMarkgräflerland startet 2026 mit revolutionärem ÖPNV-Netz und dichteren Takten
Landkreis Lörrach plant grundlegende Reform des ÖPNV-Netzes im Markgräflerland
Ab dem 13. Dezember 2026 soll im Markgräflerland ein völlig neu gestaltetes Nahverkehrsnetz an den Start gehen. Der Betrieb wird für zunächst fünf Jahre ausgeschrieben. Ziel der Reform ist es, die Linienführung zu vereinfachen, Umsteigemöglichkeiten zu verbessern und den Schülerverkehr enger in den regulären Fahrplan zu integrieren.
Die Neugestaltung erfolgt vor dem Hintergrund jahrelang rückläufiger Fahrgastzahlen. Zwischen 2021 und 2025 ging die Nachfrage um etwa 12 Prozent zurück, wobei der stärkste Einbruch in den Jahren 2020 bis 2022 auf die Pandemie zurückzuführen war. Seit 2023 zeichnet sich eine leichte Erholung ab: 2024 verzeichnete der Landkreis einen Anstieg von 8 Prozent.
Wichtige Änderungen im Überblick Zu den zentralen Neuerungen zählen verlängerte Strecken und dichtere Takte. Die Linie 200 wird künftig bis zum Basler Claraplatz fahren, während ihre Führung durch die Weil am Rheiner Innenstadt angepasst wird. Auch die Linie 265 wird bis zum Claraplatz verlängert, und die Linie 255 verkehrt werktags im Stundentakt zwischen Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Rümmingen und Lörrach.
Die Umstellung schlägt mit voraussichtlich 4,45 Euro pro geplantem Kilometer zu Buche. Für das Jahr 2027 rechnet der Landkreis mit einem Subventionsbedarf von rund 4,261 Millionen Euro. Als Betreiber des Markgräflerland-Netzes zeichnet voraussichtlich ein Konsortium aus der Regio Verkehrsgesellschaft Oberrhein und der SWEG Bus verantwortlich.
Modernisierung und Effizienzsteigerung Bis Dezember 2026 müssen zudem alle Fahrzeuge des Landkreises mit automatischen Fahrgastzählsystemen ausgerüstet sein. Diese Vorgabe ist Teil eines überarbeiteten Nahverkehrsplans, der die Dienstleistungen auf den neuesten Stand bringen soll.
Das reformierte Netz soll mindestens fünf Jahre ab dem Starttermin im Dezember 2026 betrieben werden. Durch neue Verbindungen, bessere Anschlüsse und die Integration des Schülerverkehrs will der Landkreis die Attraktivität des ÖPNV steigern. Die Investitionen spiegeln das Bestreben wider, sich an veränderte Mobilitätsbedürfnisse anzupassen und die Effizienz des Systems zu erhöhen.