Kulturstreit in Berlin: Warum Kai Wegner Künstler gegen sich aufbringt
Juliane SontagKulturstreit in Berlin: Warum Kai Wegner Künstler gegen sich aufbringt
Berlins neuer regierender Bürgermeister Kai Wegner steht wegen seines Umgangs mit der Kulturlandschaft der Stadt in der scharfen Kritik. In einer jüngsten Rede wurde ihm vorgeworfen, die Bedeutung von Kunst und Kreativität in einer Metropole, die für ihre Opernhäuser, Orchester und die blühende freie Szene bekannt ist, nicht zu begreifen.
Die Rednerin wandte sich direkt an Wegner und warf ihm vor, Politik lediglich als "kaltes, hartes Machtkalkül" zu betrachten. Er behandle Kultur wie eine beliebige Verwaltungsabteilung, ohne ihre tiefere Bedeutung zu erkennen. Künstlerinnen und Künstler, so die Argumentation, sprächen in der "Sprache der Leidenschaft, im Dialekt des Herzens" – etwas, das Wegner angeblich nicht verstehe.
Zunächst war Joe Chialo für den Kulturbereich zuständig gewesen, doch nach einer Unterschätzung der Stärke der Berliner Kunstszene wurde er abberufen. Auch Sarah Wedl-Wilson, eine weitere Akteurin im Kulturbetrieb, soll von der eigenen Partei verraten worden sein.
Nun wurde Finanzsenator Stefan Evers mit der Aufsicht über die Kultur betraut – obwohl er zuvor Kürzungen im Kunstetat vorangetrieben hatte. Die Entscheidung löst Sorgen über die Zukunft der Berliner Kreativszene unter Wegners Führung aus.
Die Kritik verdeutlicht die Spannungen zwischen der politischen Führung Berlins und dem Kulturbereich. Da Evers nun über die Förderung der Künste entscheidet, beobachtet die kreative Gemeinschaft der Stadt genau, wie ihre Zukunft gestaltet wird. Das Ergebnis wird zeigen, ob Berlins Ruf als Magneten für Künstlerinnen, Künstler und Performende bestehen bleibt.






