KI und Open Data revolutionieren ökologische Hähnchenhaltung in Deutschland
Suse RädelKI und Open Data revolutionieren ökologische Hähnchenhaltung in Deutschland
Ein neues Projekt will die ökologische Landwirtschaft durch eine bessere Nutzung von Daten revolutionieren. Unter dem Namen SimpleAgriData entwickelt die Initiative eine Open-Source-Plattform, um landwirtschaftliche Informationen zu sammeln, zu standardisieren und auszuwerten. Ziel ist es, die Effizienz, das Tierwohl und die Rentabilität in der ökologischen Geflügelhaltung zu verbessern.
Die offizielle Förderzusage wurde während der Grünen Woche in Berlin überreicht. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir übergab den Bewilligungsbescheid an Professorin Dr. Christine Preisach, die Projektkoordinatorin der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HKA).
Im Mittelpunkt von SimpleAgriData stehen ökologische Mastbetriebe für Hähnchen. Diese werden mit Kamerasystemen ausgestattet, die rund um die Uhr Video- und Audiodaten aufzeichnen. Die gesammelten Informationen fließen in eine Open-Source-Plattform ein, die Daten aus verschiedenen Quellen vereinheitlicht.
Landwirt:innen stehen derzeit vor der Herausforderung, ihre Daten optimal zu nutzen. Die Vielfalt der Formate und Herkunftsquellen erschwert die Analyse oft, sodass wertvolle Erkenntnisse ungenutzt bleiben. Die neue Plattform soll dies ändern, indem sie Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenführt und harmonisiert.
KI-Modelle werden die Informationen anschließend verarbeiten, um zentrale Aspekte der Geflügelhaltung zu optimieren. Empfehlungen umfassen unter anderem die Futterzusammensetzung, die Haltungsumgebung und das allgemeine Ressourcenmanagement. Das HKA-Team übernimmt die Projektleitung, die Plattformentwicklung sowie die KI-gestützte Datenanalyse.
Im Rahmen des Projekts entstehen mehrere praxistaugliche Werkzeuge als Prototypen. Diese Innovationen sollen datengestützte Landwirtschaft für Erzeuger:innen zugänglicher und effektiver machen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert die Initiative, während die HKA für die Umsetzung verantwortlich zeichnet.
Das Projekt läuft unter der Federführung der Hochschule Karlsruhe. Bei Erfolg könnte es zu einer breiteren Einführung datenbasierter Methoden in der ökologischen Landwirtschaft beitragen. Durch die Verbesserung von Datenzugang und -analyse strebt die Initiative sowohl eine Steigerung des Tierwohls als auch der Wirtschaftlichkeit der Betriebe an.






