Hamburgs Notfallfonds für unversicherte Migrant:innen ist leer – lebenswichtige Behandlungen gefährdet
Juliane SontagHamburgs Notfallfonds für unversicherte Migrant:innen ist leer – lebenswichtige Behandlungen gefährdet
Die Vermittlungsstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum hilft Menschen ohne Krankenversicherung, medizinische Versorgung zu erhalten, oder übernimmt dringende Behandlungen über einen kommunalen Notfallfonds. Doch das Programm steckt in einer schweren Finanzkrise – viele bleiben ohne Unterstützung für lebensnotwendige Behandlungen.
Medinetz, ein Netzwerk aus medizinischen Einrichtungen und Beratungsstellen, unterstützt unversicherte Menschen in Hamburg. dessen Vermittlungsstelle bewilligte 2024 für 678 von 781 Klient:innen Behandlungen und verschreibungspflichtige Medikamente im Wert von rund 718.000 Euro. Doch das Programm ist chronisch unterfinanziert.
Ursprünglich waren 500.000 Euro vorgesehen, doch von einem zusätzlichen Antrag über weitere 500.000 Euro wurde im Mai nur ein Bruchteil bewilligt. Seit Mitte Mai fließen keine neuen Mittel mehr – der Notfallfonds ist für den Rest des Jahres leer.
Marian Laue, stellvertretende Koordinatorin bei Medinetz, kritisierte die Sparmaßnahmen des Senats: Diese kürzten essenzielle Hilfen für Kranke und Arme. Matthias Plieninger, Internist und Medinetz-Mitglied, warnte, dass ohne Finanzierung viele Patient:innen unbehandelt blieben – mit möglicherweise tödlichen Folgen. Der Senat entgegnete, die Vermittlungsstelle sei ein freiwilliges Angebot, dessen Förderung von Haushaltsbewilligungen und den aktuellen finanziellen Spielräumen abhänge.
Durch die Mittelknappheit gibt es in diesem Jahr keine weitere Kostenübernahme für unversicherte Migrant:innen in Hamburg. Medinetz fordert die Stadt nun auf, die zugesagten Gelder freizugeben und eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen. Ohne schnelles Handeln bleiben dringende medizinische Bedarfe gedeckt.
