14 March 2026, 06:57

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See – ein Stück deutscher Humorgeschichte

Ein Plakat mit einer Europakarte von 1870, umgeben von Cartoons und dem Text "Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870".

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See – ein Stück deutscher Humorgeschichte

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen, das einst dem legendären Komiker Loriot gehörte, besitzt für Fans seines Schaffens großen kulturellen Wert. Jauchs Kauf folgt auf jahrelange Bewunderung für von Bülows scharfen Witz und seinen bleibenden Einfluss auf den deutschen Humor.

Vicco von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer adligen mecklenburgischen Familie. Ihr Wappen zeigte einen goldenen Pirol – den "Loriot" –, der ihm später als Künstlername diente. Noch vor seinem Durchbruch veröffentlichte er in den 1950er-Jahren humorvolle Bücher wie Der unentbehrliche Ratgeber für die feine Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick.

Seine beiden bekanntesten Filme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), spielten an der Seite von Evelyn Hamann. Letzterer enthielt unvergessliche Szenen, etwa Renate Lohses Geburtstagsfeier für ihre Mutter auf dem Ahlbecker Pier auf Usedom. Eine weitere ikonische Szene – die Entlassung von Heinrich Lohse – wurde im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin gedreht. Der Speiseraum der Familie Lohse aus Pappa ante Portas ist bis heute sofort wiedererkennbar, auch wenn Dieter Lohse in dieser Szene auffällig fehlte.

Obwohl einige Fans vermuten, viele von Loriots Werken seien in seinem Haus am Starnberger See entstanden, gibt es dafür kaum Belege. Über alternative Drehorte oder Innenaufnahmen ist wenig bekannt. Jauch, der bereits Erfahrung mit der Bewahrung kultureller Stätten hat, unterstützte zuvor die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam. Sein neuerwerb deutet auf ein anhaltendes Engagement hin, das deutsche künstlerische Erbe zu schützen.

Der Verkauf von Loriots Haus am Starnberger See leitet eine neue Ära für das Anwesen ein. Unter Jauchs Besitz könnte sein Erhalt als Teil der deutschen Kulturgeschichte gesichert sein. Zwar diente das Haus kaum als Drehort für von Bülows Filme, doch bleibt es ein Symbol für sein unvergängliches Vermächtnis.

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