29 June 2026, 14:27

Grüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Fall Gelbhaar

Grüne Party setzt neue Regeln gegen sexuellen Belästigung

Grüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um Fall Gelbhaar

Die Grünen haben eine neue Satzung eingeführt, um sexuelle Belästigung in den eigenen Reihen zu bekämpfen. Der Schritt erfolgt nach einem Jahr der kritischen Prüfung, das durch einen prominenten Fall mit einem Parteimitglied ausgelöst wurde. Die Änderungen zielen darauf ab, künftig solche Vorfälle besser zu handhaben.

Vor einem Jahr hatte eine interne Kommission die Behandlung des Falls Gelbhaar durch die Partei scharf kritisiert. Sie kam zu dem Schluss, dass das damals angewandte Ombudsverfahren weder klare Verfahrensregeln noch eindeutige Definitionen aufwies. Zudem stellte die Kommission fest, dass das Verfahren für politische Zwecke missbraucht worden war und Gelbhaar so die Möglichkeit einer angemessenen Verteidigung genommen hatte.

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Gelbhaar war nach Belästigungsvorwürfen von einer Direktkandidatur im Berliner Bezirk Pankow für die Bundestagswahl 2021 ausgeschlossen worden. Die neuen Regeln trennen nun die Aufgaben der innerparteilichen Gremien deutlicher. Disziplinarmaßnahmen werden künftig von den parteiinternen Schiedsgerichten verhängt, während sich die Beschwerdeausschüsse auf Vermittlung statt auf Sanktionen konzentrieren.

Die Satzung enthält zudem Schutzvorkehrungen gegen Interessenkonflikte und garantiert Vertraulichkeit. In Fällen, in denen Straftaten vorliegen könnten, werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen und über ihr Recht informiert, Anzeige zu erstatten.

Das neue Regelwerk soll klarere Verfahren und stärkere Schutzmechanismen für alle Beteiligten schaffen. Es setzt Empfehlungen aus dem Kommissionbericht um und schließt Lücken, die durch den Fall Gelbhaar offenbart wurden. Die Partei hat die Änderungen nun offiziell in ihre Statuten aufgenommen.

Quelle