Grausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz mit zugeklebtem Maul stirbt nach Qualen
Juliane SontagGrausamer Fund in Bodelshausen: Rehkitz mit zugeklebtem Maul stirbt nach Qualen
Verwundetes Rehkitz mit zuggeklebtem Maul in Bodelshausen entdeckt – Tierquälerei-Verdacht löst Empörung aus
In Bodelshausen im Landkreis Tübingen wurde ein Rehkitz mit grausam zugeklebtem Maul entdeckt. Anwohner fanden das verletzte Tier am 20. Juni 2023 in einem Garten in der Schlehenweg-Siedlung. Der Fall hat seitdem Entsetzen ausgelöst und eine polizeiliche Ermittlung wegen Verdachts auf Tierquälerei nach sich gezogen.
Das Kitz war von Nachbarn entdeckt worden, die sofort eingriffen. Sie entfernten vorsichtig das Klebeband und setzten das Tier in der Nähe einer Hecke am Waldrand frei. Trotz der Hilfe verendete das Rehkitz nur fünf Tage später, am 25. Juni, nicht weit von der Stelle entfernt, an der es freigelassen worden war.
Tierquälerei ist in Deutschland ein schweres Vergehen. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes drohen den Verantwortlichen Geldstrafen oder Haft bis zu drei Jahren. Die Tierrechtsorganisation PETA hat sich eingeschaltet und belohnt Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung des Täters führen, mit 2.050 Euro.
Experten verweisen auf einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen Tiermisshandlung und weitergehender Gewaltbereitschaft. Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes betont, dass 80 bis 90 Prozent der extrem gewalttätigen Straftäter eine Vorgeschichte von Tierquälerei aufweisen. Der aktuelle Fall wirft Fragen nach möglichen weiteren Gewaltakten in der Region auf.
Der Tod des Rehkitzes hat die Gemeinde erschüttert. Die Behörden ermitteln weiter und rufen Zeugen auf, sich mit Informationen zu melden. Der Vorfall unterstreicht nicht nur die rechtlichen Konsequenzen von Tierquälerei, sondern mahnt auch die gesellschaftlichen Risiken eines solchen Verhaltens an.






