Freiburgs Siegessäule kehrt nach Jahrzehnten an ihren Ursprungsort zurück
Cetin GeißlerFreiburgs Siegessäule kehrt nach Jahrzehnten an ihren Ursprungsort zurück
Freiburg bringt sein historisches Siegessäule an den ursprünglichen Standort zurück – nach Jahrzehnten autogerechter Stadtplanung
Nach Jahrzehnten, in denen die autozentrierte Planung das Gesicht der Stadt prägte, kehrt Freiburgs historische Siegessäule an ihren ursprünglichen Standort zurück. Die Entscheidung folgt einem langfristigen Wandel der städtischen Prioritäten, zu dem auch das seit 1992 geltende Autoverbot in der Innenstadt gehört. Nun soll eine demokratische Debatte über die künftige Rolle des Denkmals in der Gemeinschaft entscheiden.
Die Siegessäule war 1871 an einer vielbefahrenen Kreuzung aufgestellt worden, um an den deutschen Sieg über Frankreich zu erinnern. Doch in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde sie um 100 Meter versetzt, um Platz für den wachsenden Autoverkehr zu schaffen. Viele historische Gebäude in Deutschland fielen nicht nur den Bombenangriffen im Krieg zum Opfer, sondern auch dem Straßenausbau in der Nachkriegszeit.
Im Laufe der Zeit änderte Freiburg seine Herangehensweise an die Stadtplanung. 1992 verbannte die Stadt Autos aus der Innenstadt und schuf so mehr Raum für Fußgänger:innen. Eine vierspurige Straße zwischen Bibliothek und Universität wurde später zur Fußgängerzone umgewandelt. Diese Veränderungen spiegeln einen größeren Trend wider, da die Energiewende – die deutsche Energiewende – Politiker:innen aufmerksamer für die Forderungen der Bevölkerung gemacht hat.
Nun wird das Denkmal an seinen ursprünglichen Platz am Ende einer Fußgängerzone zurückkehren. Seine Positionierung wird nach Absprachen mit den Bürger:innen festgelegt, um sicherzustellen, dass die Entscheidung mit den sich wandelnden Werten der Stadt im Einklang steht.
Die Verlegung des Denkmals markiert einen weiteren Schritt in Freiburgs Abkehr von autodominierten Straßen. Der Entscheidungsprozess wird unter Einbeziehung der Öffentlichkeit stattfinden und unterstreicht damit das Engagement der Stadt für partizipative Planung. Einmal aufgestellt, wird die Siegessäule nicht nur als historisches Wahrzeichen, sondern auch als Symbol für den Wandel städtischer Prioritäten stehen.






