Fachgutachten fordert: Wälder und Moore als kritische Infrastruktur einstufen
Delia CasparFachgutachten fordert: Wälder und Moore als kritische Infrastruktur einstufen
Ein neues Fachgutachten fordert einen grundlegenden Wandel in der Definition und dem Schutz kritischer Infrastruktur. Demnach sollten natürliche Systeme wie Wälder, Seen und Moore mit derselben Dringlichkeit behandelt werden wie Straßen, Schienennetze und Energienetze. Versäumnisse beim Schutz dieser Ökosysteme könnten zu schweren Versorgungsengpässen und anderen gravierenden Folgen führen.
Bisher konzentrieren sich die meisten Strategien zum Schutz kritischer Infrastruktur auf vom Menschen geschaffene Anlagen. Straßen, Stromnetze und Eisenbahnstrecken dominieren die Listen, während natürliche Systeme oft vernachlässigt werden. Dabei erbringen Ökosysteme essentielle Leistungen: Sie wirken als Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und extreme Wetterereignisse.
Die Expertenkommission schlägt vor, natürliche Infrastruktur als kritisch einzustufen. Zudem empfiehlt sie eine bundesweite Erfassung wichtiger Naturgebiete sowie den Aufbau von Frühwarnsystemen, um den Rückgang von Ökosystemen frühzeitig zu erkennen. In die militärische Ausbildung sollte das Bewusstsein für Umweltrisiken integriert werden, wobei der Nationale Sicherheitsrat eine führende Rolle beim Schutz natürlicher Ressourcen übernehmen soll.
Der Bericht betont die Notwendigkeit von Investitionen in erneuerbare Energien und den öffentlichen Nahverkehr. Ein globaler Umstieg der Energieerzeugung auf Solar- und Windkraft wird sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus ökologischen Gründen angeraten. Kürzungen bei Klimaprojekten, warnt das Gutachten, würden die dringend benötigte Unterstützung für die lokale Biodiversität und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme gefährden. Die Entwicklungspolitik sollte zudem lokale Akteure stärken, um den Schutz der Ökosysteme zu verbessern.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die natürlichen Lebensgrundlagen und die wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Die Einstufung natürlicher Infrastruktur als kritisch würde einen besseren Schutz und eine gezieltere Förderung gewährleisten. Dieser Ansatz würde Gemeinden zudem helfen, sich an Klimarisiken anzupassen und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
