EU-Streit um Methan-Regeln: Deutschland bremst Klimaschutz für Energiesicherheit
Juliane SontagEU-Streit um Methan-Regeln: Deutschland bremst Klimaschutz für Energiesicherheit
Deutschland hat sich anderen EU-Regierungen angeschlossen und spricht sich gegen die geplanten Methan-Emissionsvorschriften der Union für importiertes Öl und Gas aus. Die vorgeschlagene Verordnung zielt darauf ab, Methanlecks in globalen Lieferketten ab dem nächsten Jahr zu reduzieren. Nun sollen Minister über einen Antrag von zwölf Mitgliedstaaten beraten, die Umsetzung der Regeln um drei Jahre zu verschieben.
Die Debatte findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem das europäische Energiesystem unter den Störungen der globalen Ölströme leidet. Methan, der zweitgrößte Verursacher der globalen Erwärmung nach Kohlendioxid, steht im Mittelpunkt der geplanten Regulierung.
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche warnte, dass die neuen Vorschriften ab 2027 die Einfuhren von Gas und Erdölprodukten blockieren könnten – darunter auch Kerosin, das für die Luftfahrt unverzichtbar ist. Ihre Äußerungen verknüpfen damit direkt die Energiesicherheit mit der Klimapolitik.
Die Europäische Kommission versucht, ihre Klimaziele aufrechtzuerhalten, muss sich jedoch gleichzeitig mit Bedenken zur praktischen Umsetzung auseinandersetzen. Doch bereits jetzt gibt es starken Widerstand gegen die Pläne – vor allem von Treibstofflieferanten außerhalb Europas, etwa aus den USA.
Die EU-Minister werden nun den Vorschlag zur Verschiebung der Regelungen prüfen. Das Ergebnis wird sowohl die Klimaschutzziele als auch die Stabilität der Energieversorgung beeinflussen. Wie es mit der Verordnung weitergeht, bleibt vorerst ungewiss, während die Diskussionen andauern.
