14 March 2026, 18:33

CDU-Kandidat Hagel löst mit altem Video kurz vor Wahl Eklat aus

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen über die Partei.

Palmer: "Kann mich mit der Seele der CDU identifizieren" - CDU-Kandidat Hagel löst mit altem Video kurz vor Wahl Eklat aus

Ein umstrittenes Video des CDU-Kandidaten Manuel Hagel hat nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 für einen politischen Eklat gesorgt. Die Aufnahme, die von einer Grünen-Abgeordneten geteilt wurde, zeigt Hagel, wie er 2018 einer Schülerin komplimentierte, sie habe "rehbraune Augen". Der Vorfall löste Vorwürfe wegen Sexismus aus und führte zu Beschuldigungen der CDU, die Grünen würden eine "schmutzige Kampagne" führen – was die ohnehin angespannte Stimmung in einem knappen Wahlkampf weiter anheizte.

Das Video verbreitete sich rasant in den sozialen Medien und löste scharfe Kritik von CDU-Spitzenpolitikern aus. Tobias Vogt, Generalsekretär der Partei, verurteilte die Grünen für eine Kampagne, die "Menschen zerstört" – und das kurz vor der Wahl. Die CDU warf den Grünen vor, die Aufnahme gezielt lanciert zu haben, um Hagels Ruf in der heißen Phase des Wahlkampfs zu schädigen.

Boris Palmer, ehemaliges Grünen-Mitglied, räumte zwar ein, dass die Empörung der CDU nachvollziehbar sei, wies jedoch Rückschlüsse auf eine abgestimmte Diffamierungskampagne zurück. Er betonte, die Abgeordnete habe aus eigenem Antrieb gehandelt – ein Konzept, das der CDU offenbar fremd sei. Palmer verwies zudem darauf, dass die heftige Reaktion der Christdemokraten vielmehr deren eigene Parteikultur spiegle, in der solche individuellen Initiativen kaum denkbar wären.

Nach dem knappen Wahlsieg stehen die Grünen nun vor der Herausforderung, das Vertrauen der CDU zurückzugewinnen. Cem Özdemir soll Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen; eine Koalitionsregierung gilt als wahrscheinlich. Doch um eine stabile Regierung zu bilden, müssen die Grünen die CDU davon überzeugen, dass die Veröffentlichung des Videos kein geplanter Schachzug war.

Das Wahlergebnis stellt die Grünen vor eine heikle Aufgabe: Sie müssen die Folgen der Video-Affäre bewältigen, um eine funktionierende Zusammenarbeit mit der CDU zu sichern. Ohne gegenseitiges Vertrauen könnte sich die Bildung einer stabilen Regierung in den kommenden Wochen als schwierig erweisen.

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