Brandenburgs Schulen öffnen sich für Bundeswehr-Jugendoffiziere – Streit um "Kriegspropaganda"
Delia CasparBrandenburgs Schulen öffnen sich für Bundeswehr-Jugendoffiziere – Streit um "Kriegspropaganda"
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Bildungszusammenarbeit
Das Bildungsministerium Brandenburgs und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die bildungspolitischen Verbindungen zu intensivieren. Das Abkommen ermöglicht es Jugendoffizieren der Bundeswehr, unter bestimmten Bedingungen an Schulveranstaltungen teilzunehmen. Die Initiative hat bereits heftige Reaktionen aus dem politischen Spektrum ausgelöst.
Die Vereinbarung schafft einen rechtlichen Rahmen für die langfristige Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Bundeswehr. Jugendoffiziere können als Gastreferenten eingeladen werden – allerdings nur, wenn die Schulen dies freiwillig in ihre bestehenden Lehrpläne aufnehmen.
Bei einem Einsatz in den Schulen fungieren die Offiziere als Diskussionspartner zu Themen wie deutscher Außenpolitik, globalem Krisenmanagement und Sicherheitsinteressen. Ihre Beiträge müssen sich dabei an den Grundsätzen des Beutelsbacher Konsenses orientieren, der eine Indoktrination ausdrücklich verbietet. Oberst Nikolas Scholtka, Leiter des Landeskommandos Brandenburg, betonte, dass eine mehrperspektivische Auseinandersetzung mit Sicherheitsthemen unverzichtbar sei.
Die Entscheidung, Jugendoffiziere einzubinden, liegt allein bei den einzelnen Schulen. Keine Bildungseinrichtung ist zur Teilnahme an dem Programm verpflichtet.
Die parlamentarische Gruppe der BSW hat das Abkommen scharf kritisiert und als „institutionalisierte Kriegspropaganda“ bezeichnet. Die Gruppe fordert nun dessen sofortige Aussetzung. Der vereinbarte Rahmen bleibt jedoch vorerst bestehen, sofern er nicht offiziell überarbeitet oder zurückgezogen wird.






