16 March 2026, 16:35

Boris Palmer unterstützt Cem Özdemir im Wahlkampf – doch ein Kabinettsposten war ihm nicht genug

Ein grünes Plakat mit weißer Schrift, die 'Elections Municipales Quartier de Grenelle F. Pierron-Tassin Candidat' lautet, vor einem weißen Hintergrund.

Boris Palmer unterstützt Cem Özdemir im Wahlkampf – doch ein Kabinettsposten war ihm nicht genug

Boris Palmer, der parteilose Oberbürgermeister Tübingen, hat sich im Wahlkampf zur Landtagswahl in Baden-Württemberg öffentlich hinter Cem Özdemir gestellt. Der Schritt erfolgt, während sich Özdemir darauf vorbereitet, Winfried Kretschmann 2026 als Spitzenkandidat der Grünen für das Amt des Ministerpräsidenten nachzufolgen. Palmer, einst ein prominenter Grünen-Politiker, verließ die Partei vor drei Jahren, bleibt aber eine einflussreiche Stimme in der Landespolitik.

Palmers Austritt aus den Grünen im Jahr 2023 markierte eine Wende in seiner politischen Haltung. Zwar unterstützt er nach wie vor ehrgeizige Klimapolitik, vertritt jedoch eine strengere Linie in Fragen von Migration und innerer Sicherheit. Dennoch pflegt er weiterhin Kontakte zum pragmatischen Flügel der Partei, den sogenannten Realos.

Erst kürzlich führte Özdemir Gespräche mit Palmer über ein mögliches Kabinettsamt in der nächsten baden-württembergischen Landesregierung. Palmer lehnte das Angebot jedoch ab und entschied sich stattdessen, weiter als Tübinger Oberbürgermeister im Amt zu bleiben. Er informierte den Landesvorstand der Grünen offiziell über seine Entscheidung und bekräftigte damit sein Engagement für die kommunale Führungsebene statt einer Rückkehr in die Landespolitik.

Mit seiner Unterstützung für Özdemir positioniert sich Palmer nun als wichtige unabhängige Stimme im Wahlkampf. Auch wenn er kein Parteimitglied mehr ist, könnte sein Rückhalt Wählerinnen und Wähler ansprechen, die sowohl umweltpolitisches Engagement als auch eine konsequentere Sicherheitspolitik schätzen.

Palmers Unterstützung für Özdemir unterstreicht seine anhaltende Rolle in der politischen Landschaft Baden-Württembergs. Indem er in Tübingen bleibt, behält er direkten Einfluss auf die lokale Politik, während er gleichzeitig die übergeordneten Debatten mitprägt. Die Wahl 2026 wird zeigen, wie viel Gewicht seine unabhängige Haltung bei den Wählerinnen und Wählern hat.

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