Bausektor in Deutschland zeigt im April Licht und Schatten bei Umsätzen und Aufträgen
Suse RädelBausektor in Deutschland zeigt im April Licht und Schatten bei Umsätzen und Aufträgen
Deutschlands Bausektor sendet im April gemischte Signale
Im April zeigte der deutsche Bausektor ein uneinheitliches Bild: Der Wohnungsbau verzeichnete erstmals seit Monaten ein Umsatz- und Auftragsplus im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Gesamtleistung der Branche in den ersten vier Monaten 2024 blieb auf dem Niveau des Vorjahres.
Im April stiegen die Umsätze und Neuaufträge im Wohnungsbau erstmals seit längerer Zeit über die Werte von 2023. Auch der Gewerbe- und Industriebau trug dazu bei – hier kletterten die Umsätze um 6,8 Prozent, die Auftragseingänge um 2,6 Prozent. Im öffentlichen Bau erhöhten sich die Erlöse, da staatliche Stellen mehr Aufträge vergaben als im März.
Branchenweit trieb der Tiefbau das Wachstum in allen drei Hauptsegmenten an, während der Nichtwohnungsbau hinterherhinkte. Insgesamt legten die Neuaufträge im Sektor um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die kumulierten Umsätze von Januar bis April blieben jedoch unverändert zum Vorjahreszeitraum.
Die Materialkosten stiegen weiter deutlich: Bitumen verteuerte sich um 31,2 Prozent, Holz um bis zu 11,8 Prozent, Metalle um 11,1 Prozent und Transportbeton um 2,5 Prozent. Trotz der April-Zuwächse warnen Experten, dass die Erholung im Wohnungsbau noch keinen nachhaltigen Trendwechsel bedeutet.
Deutschland benötigt jährlich rund 320.000 neue Wohnungen, um die Wohnungsnot zu lindern. Die aktuelle Bautätigkeit bleibt jedoch zu gering, um die Krise zu entschärfen. Branchenvertreter fordern stärkere Wohnbauförderung, schnellere Genehmigungsverfahren und zügigere Planungsprozesse, um die wirtschaftliche Erholung zu stützen.
