Aprilscherze in Mainz: Von Denkmalschutz für Baustellen bis zum Rotwein-Wirbelpool
Cetin GeißlerAprilscherze in Mainz: Von Denkmalschutz für Baustellen bis zum Rotwein-Wirbelpool
Aprilscherze fluten Mainz und die Region – von Baustellen-Denkmalschutz bis zum Weinbad
Der 1. April brachte eine Welle humorvoller Streiche in Mainz und der umliegenden Region mit sich. Lokale Behörden, Unternehmen und sogar Rettungskräfte machten mit, veröffentlichen scherzhafte Falschmeldungen, die Anwohner und Social-Media-Nutzer kurzzeitig auf die falsche Fährte lockten. Die Scherze reichten von Baustopp-Ankündigungen bis zu kuriosen Wellness-Angeboten – alles entpuppte sich bis zum Abend als harmloser Spaß.
In Mainz verkündete der neu ernannte Baudezernent Ludwig Holle (CDU) ein überraschendes Dekret: Alle langjährigen Baustellen, darunter jene am Mainzer Rathaus und am Gutenberg-Museum, sollten als "einzigartige Kulturphänomene" unter Denkmalschutz gestellt werden. Die am 1. April veröffentlichte Mitteilung sorgte zunächst für Verwirrung, ehe sie als Aprilscherz entlarvt wurde. Holes Büro erklärte später, dass keine solchen Pläne bestünden – auch wenn die zähen Bauprojekte in der Stadt nach wie vor ein Dauerbrenner in lokalen Diskussionen sind.
Unterdessen verkündete Mainzer Kultmetzger Peter auf Social Media, er übernehme den Posten des Küchenchefs beim Fußballclub Mainz 05. Der Beitrag, der 447 Likes erhielt, amüsierte Fans, die schnell durchschauten, dass es sich um einen Aprilscherz handelte. Peter bestätigte später, dass er seine Kunden weiterhin in seinem Laden bedienen werde – zur allgemeinen Erleichterung.
Auch die Politik bekam eine humorvolle Note: Der FDP-Lokalpolitiker Thomas A. Klann poste am 1. April, er trete zur CDU über. Die Ankündigung löste Reaktionen bei Kollegen aus, bevor Klann den Scherz auflöste. Er nutzte die Gelegenheit, um auf die Gefahren von Desinformation hinzuweisen – selbst in scherzhaftem Kontext könnten falsche Eindrücke die öffentliche Wahrnehmung prägen.
Über Mainz hinaus berichtete das Blick aktuell aus dem Ahrtal von einem Winzer, der angeblich den ersten Rotwein-Wirbelpool der Welt erfunden habe – mit gesundheitlichem Mehrwert. Die am 1. April veröffentlichte Story weckte Neugier, bis sie als Scherz enttarnt wurde. Doch das Weingut Schloss Vollrads im Rheingau kündigte tatsächlich an, "Hydro-Vinotherapie" zu erforschen – eine Kombination aus Heilwasseranwendungen und Riesling-Verkostungen. Zwar gibt es (noch) keine konkreten Pläne für ein "Weinbad", doch das Gut prüft Wellness-Angebote mit mineralstoffreichem Quellwasser auf seinem Gelände.
Sogar die Rettungskräfte beteiligten sich: Die Freiwillige Feuerwehr Ahrweiler stellte ein "Feuerwehrpferd" als neues Einsatzfahrzeug für schwieriges Gelände vor. Der am 1. April geteilte Post zeigte ein voll ausgerüstetes Pferd – und erntete Lacher, bevor die Wehr den Scherz eingestand.
Die Streiche, so kurzlebig sie auch waren, brachten die Region zum Schmunzeln. Behörden und Unternehmen nutzten die Tradition, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten – und zeigten zugleich, wie schnell sich falsche Informationen verbreiten. Vorerst bleiben Baustellen unfertig, Metzger bei ihrem Handwerk und Feuerwehrleute setzen auf Löschfahrzeuge – nicht auf Pferde.






