30 March 2026, 16:37

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper

Schwarze und weiße Illustration von Menschen, die vor einem Gebäude mit Laternen und einer Tafel an der Wand tanzen, mit der Beschriftung 'Der Tanz der Oper' unten.

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper

Premiere an der Berliner Staatsoper: Anna Netrebkos umstrittene Rückkehr in Un ballo in maschera

Die Berliner Staatsoper hat eine mutige Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera uraufgeführt, mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Vorstellung fand statt vor dem Hintergrund anhaltender Kontroversen um die früheren Verbindungen der Sängerin zur russischen Führung. Vor dem Opernhaus versammelten sich Demonstranten, um vor Beginn der Aufführung ihren Protest zum Ausdruck zu bringen.

Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Produktion interpretierte Verdis Klassiker neu und verband ihn mit Elementen der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise. Netrebko betrat als Amelia die Bühne und erhielt für ihre Darstellung sowohl begeisterten Applaus als auch vereinzelte Buhrufe aus dem Publikum. Die fast dreistündige Inszenierung wurde für ihre musikalische Umsetzung und die Sängerleistungen gelobt, während die Reaktionen auf den Star selbst gespalten blieben.

Noch vor dem Anheben des Vorhangs versammelten sich etwa 50 Protestierende vor der Staatsoper und schwenkten ukrainische Flaggen. Rufe wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" hallten durch die Luft und spiegelten die anhaltende Kritik an Netrebkos Auftritt im Kreml 2021 sowie ihre angeblichen Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin wider. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war seit 2021 nicht mehr in Berlin aufgetreten.

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Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, verwies darauf, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit dem russischen Angriff auf die Ukraine nicht dorthin zurückgekehrt sei. Die öffentliche Meinung in Deutschland habe sich gewandelt: Während früher Boykottforderungen im Raum standen, drehen sich die Debatten nun stärker um künstlerische Qualität als um politische Fragen. Trotz gemischter Medienresonanz waren die Tickets für das Weihnachtsprogramm ausverkauft – ein Beleg für Netrebkos anhaltende Anziehungskraft als Künstlerin.

Die Premiere markierte Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper nach Jahren der Kontroversen. Zwar fand ihre gesangliche Leistung Anerkennung, doch die Inszenierung selbst wurde zum Kristallisationspunkt für die politischen Spannungen. Der Abend endete mit lang anhaltendem Applaus, doch die gespaltenen Reaktionen zeigten, wie sehr die Vergangenheit der Sängerin weiterhin nachwirkt.

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