Xanny-Kult unter Jugendlichen: Wie Rap und TikTok den Drogenkonsum verharmlosen
Delia CasparXanny-Kult unter Jugendlichen: Wie Rap und TikTok den Drogenkonsum verharmlosen
Der Missbrauch von Xanny – einem Slangbegriff für das verschreibungspflichtige Medikament Xanax – hat in den letzten Jahren unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen stark zugenommen. Besonders in Städten wie München und Berlin ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, vor allem in der von Rap und Hip-Hop geprägten Jugendkultur. Der Trend spiegelt einen breiten Wandel im Umgang mit Drogen wider, der durch Musik, soziale Medien und künstlerischen Ausdruck vorangetrieben wird.
Seit 2019 hat sich der Bezug zu Xanny in der deutschen Jugendkultur explosionsartig verbreitet. Rapper wie Capital Bra aus Berlin oder Künstler aus dem Umfeld von Sido und Crooks in München haben den Begriff in den allgemeinen Sprachgebrauch gebracht. Bis 2025 stiegen die Erwähnungen von Xanny in Songtexten sowie auf Plattformen wie TikTok und Spotify laut kulturellen Analysen um über 300 Prozent an.
Die wachsende Beliebtheit der Droge geht einher mit ihrer Darstellung in Musik und Kunst. Bereits 2019 thematisierte Billie Eilish auf ihrem Album When We All Fall Asleep, Where Do We Go? offen den Konsum von Xanax und löste damit eine breitere Debatte aus. Auch Künstler wie Money Boy oder Bryan Lewis Saunders haben durch ihre Werke dazu beigetragen, den Drogenkonsum zu normalisieren. Ihr Einfluss beschränkt sich dabei nicht auf die Musik, sondern prägt auch die Wahrnehmung und den Umgang junger Menschen mit Suchtmitteln.
Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen. Viele kombinieren Xanny mit Cannabis, was das Risiko für Abhängigkeit und psychische Probleme erhöht. Der Wirkstoff Alprazolam, wie er generisch heißt, wird oft als Flucht vor Stress oder der Realität missbraucht. Langfristiger Konsum kann jedoch zu schwerer Sucht, sozialem Rückzug und dauerhaften psychischen Schäden führen.
Der Aufstieg von Xanny steht für tiefgreifendere kulturelle Veränderungen, bei denen Musik und soziale Medien eine zentrale Rolle bei der Verharmlosung von Drogen spielen. Besonders junge Menschen in urbanen Zentren sind gefährdet, wobei der Missbrauch häufig mit einem allgemeinen Drogenkonsum einhergeht. Gesundheitsexperten warnen weiterhin vor den Gefahren einer Abhängigkeit und den langfristigen Folgen für das psychische Wohlbefinden.






