Wohnungsbeihilfen-Kürzung: Expertin warnt vor fatalen Folgen für eine Million Haushalte
Delia CasparWohnungsbeihilfen-Kürzung: Expertin warnt vor fatalen Folgen für eine Million Haushalte
Die Pläne der Bundesregierung, die Wohnungsbeihilfen um eine Milliarde Euro zu kürzen, stoßen auf scharfe Kritik. Die Wohnungspolitik-Expertin Katja Rock warnt, dass dieser Schritt über eine Million Haushalte treffen würde, die bereits mit hohen Mieten kämpfen. Sie hält die Kürzungen für sowohl wirkungslos als auch schädlich für Menschen mit Armutsrisiko.
Rock bezeichnet die geplante Reduzierung als rein symbolisch. Ihrer Meinung nach würde die Streichung von Wohnungsbeihilfen noch mehr Menschen in die Grundsicherung drängen – und damit mögliche Einsparungen wieder zunichtemachen. Viele einkommensschwache Haushalte gäben bereits fast die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen aus, so Rock.
Das eigentliche Problem liege ihrer Ansicht nach in den explodierenden Mieten, die durch lasche Regulierung und stark steigende Immobilienpreise angetrieben werden. Große Wohnungsunternehmen zahlten Aktionären bis zu 200 Euro pro Wohnung – mitfinanziert durch die Steuerzahler über die Wohnungsbeihilfen. Statt die Unterstützung zu kürzen, sollte die Politik Rock zufolge die Mieten senken, um die finanzielle Belastung zu verringern.
Zudem betont sie, dass die Sparpläne der Regierung gezielt Bereiche treffen, in denen das Armutsrisiko besonders hoch ist. Ohne stärkeren Mieterschutz bleibe die Wohnungsbeihilfe für Millionen, die sich die Lebenshaltungskosten kaum leisten können, unverzichtbar.
Von den Kürzungen wären direkt über eine Million Haushalte betroffen, die auf Wohnungsbeihilfen angewiesen sind. Rocks Analyse zufolge wären die Einsparungen nur von kurzer Dauer, da mehr Menschen auf Sozialleistungen angewiesen wären. Sie fordert einen Kurswechsel in der Politik – weg von Kürzungen bei den Beihilfen, hin zu Mietpreisbremse und Ursachenbekämpfung.






