Weniger Wohnfläche für mehr Geld: Mieterschock in 60 Großstädten Deutschlands
Cetin GeißlerWeniger Wohnfläche für mehr Geld: Mieterschock in 60 Großstädten Deutschlands
Mieter in Deutschland bekommen für ihr Geld deutlich weniger Wohnfläche als noch vor wenigen Jahren. Eine neue Studie zeigt, dass in 60 von 80 Großstädten der erschwingliche Wohnraum seit 2020 um mindestens 10 Prozent geschrumpft ist. Steigende Kosten und Zinsen treiben die Mieten in die Höhe, während die Wohnflächen immer kleiner werden.
In Berlin erhält man für 1.000 Euro heute 16 Quadratmeter weniger als noch 2022. Auch Hamburg und Mainz verzeichnen Verluste von 12 bzw. neun Quadratmetern. Wiesbaden zeigt ein ähnliches Bild: Für denselben Betrag gab es 2022 noch 91 Quadratmeter, heute sind es nur noch 82.
Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen etwa schrumpft die Fläche pro 1.000 Euro um 29 Quadratmeter. Experten sprechen von einem „Nachholeffekt“, bei dem selbst geringe Mietsteigerungen in manchen Regionen zu deutlichen prozentualen Sprüngen führen.
Hinter dem Trend stehen explodierende Baukosten, höhere Instandhaltungskosten und steigende Zinsen. Ein weiterer Faktor ist der „Überlaufeffekt“: Wenn Großstädte unbezahlbar werden, verlagert sich die Nachfrage in benachbarte Gemeinden – und treibt dort ebenfalls die Preise hoch.
Ohne Gegenmaßnahmen wird sich die Lage weiter verschärfen. Immowelt-Chef Theo Mseka warnt, dass schrumpfende Wohnflächen und steigende Mieten anhalten werden, wenn der Wohnungsbau nicht gezielt gefördert wird. Die Daten zeigen deutlich: Mieter stehen vor einem angespannteren Wohnungsmarkt denn je.






