Traditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet nach 164 Jahren Insolvenz an
Suse RädelTraditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet nach 164 Jahren Insolvenz an
Wehrle-Werk AG stellt nach 164 Jahren Insolvenzantrag
Die traditionsreiche Familienunternehmung Wehrle-Werk AG mit Sitz in Emmendingen hat nach 164 Jahren Geschäftsbetrieb Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, bekannt für seine Umwelttechnologien und Abwasserbehandlungssysteme, nannte finanzielle Belastungen und einen kürzlichen Cyberangriff als entscheidende Gründe für diesen Schritt. Vorstandschef Axel Buchholz bezeichnete die Maßnahme als "unvermeidbar", nachdem die Auftragseingänge drastisch eingebrochen waren.
Gegründet im Jahr 1860, spezialisiert sich die Wehrle-Werk AG auf Anlagenbau für Abfallentsorgung, Abwasserbehandlung und großtechnische Industriekomponenten. In den vergangenen fünf Jahren baute das Unternehmen seine Marktposition durch Übernahmen und technologische Modernisierungen aus. Dennoch geriet das Unternehmen zunehmend unter Druck durch globale Konkurrenten wie Veolia und Xylem, die durch Fusionen und digitale Innovationen schneller wuchsen.
Ein Cyberangriff am 11. Mai 2024 lähmte die Produktions- und Kommunikationssysteme des Unternehmens und verschärfte die finanzielle Krise. Der Rückgang der Auftragseingänge belastete die Geschäftsabläufe zusätzlich, sodass der Führungsetage kaum Handlungsalternativen blieben. Der Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung wurde nun als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt, um das Verfahren zu begleiten.
Von der Insolvenz sind die Tochtergesellschaften der Wehrle-Werk AG nicht betroffen – diese bleiben weiter operativ tätig. Die Mitarbeiter erhalten vorerst weiterhin ihre Gehälter über Insolvenzgeld, während Verwalter und Unternehmensführung an einem Restrukturierungskonzept arbeiten.
Die Zukunft des Unternehmens hängt nun von den Sanierungsbemühungen ab, um die Finanzen zu stabilisieren. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird sich zeigen, ob die Wehrle-Werk AG die wirtschaftlichen und betrieblichen Rückschläge überwinden kann. Ziel des Prozesses ist es, Arbeitsplätze zu sichern und die Position des Unternehmens in der Umwelttechnologiebranche wieder zu stärken.






