25 April 2026, 02:29

Streit um Energiewende: Wie Deutschland Kohle und Gas ersetzen will

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um Energiewende: Wie Deutschland Kohle und Gas ersetzen will

Deutschlands politische Parteien sind uneins über den Umgang mit dem Übergang von konventionellen Kraftwerken zu erneuerbaren Energien. Zwar spielen Erneuerbare mittlerweile eine zentrale Rolle in der Stromerzeugung, doch die Diskussionen über die Zukunft von Kohle, Gas und anderen Reserveenergien halten an. Unterschiedliche Vorschläge liegen auf dem Tisch, wie die Versorgungssicherheit gewahrt werden kann, während gleichzeitig ältere Kraftwerke vom Netz gehen.

Die Grünen drängen auf einen schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Ihr Plan sieht vor, alle Kohle- und Braunkohlekraftwerke bis 2030 abzuschalten. Um die Versorgung zu stabilisieren, schlagen sie moderne Gasturbinen als Übergangslösung vor.

Die Linke unterstützt zwar ebenfalls den Kohleausstieg, setzt aber ein späteres Enddatum – 2040. Ihr Konzept beinhaltet ein gesetzliches Verbot für neue Kohlekraftwerke sowie den Ausbau kommunaler Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, um die entstehende Lücke zu schließen.

Die CDU/CSU hingegen konzentriert sich darauf, die Wirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke zu verbessern. Sie argumentiert, dass höhere Börsenpreise für Energie diese Anlagen als Teil eines ausgewogenen Energiemix attraktiver machen würden. Die FDP teilt diese Bedenken zur Rentabilität und warnt, dass ein geplanter Kapazitätsmarkt in Frankreich deutsche Investitionen in hochmoderne konventionelle Kraftwerke untergraben könnte.

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Die SPD erkennt die Notwendigkeit von Brückentechnologien an, um den Ausbau der Erneuerbaren zu flankieren. Sie bevorzugt moderne Steinkohle- und Gaskraftwerke als Übergangslösungen. Doch die Frage der Wirtschaftlichkeit bleibt bei den meisten Parteien weitgehend ungeklärt – nur die CDU/CSU legt konkrete Vorschläge vor.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, betont, wie wichtig es ist, den Ausbau der Erneuerbaren, den Netzausbau und die Anpassung konventioneller Kraftwerke aufeinander abzustimmen. Ohne eine sorgfältige Koordinierung, warnt er, könnten die Kosten der Energiewende in Deutschland explodieren.

Während sich CDU/CSU und FDP in vielen Fragen zu Brückentechnologien einig zeigen, könnten mögliche Koalitionsgespräche mit SPD und Grünen tiefere Meinungsverschiedenheiten offenbaren.

Konventionelle Kraftwerke kämpfen angesichts der niedrigen Energiepreise um ihre wirtschaftliche Überlebensfähigkeit. Die Debatte dreht sich nun darum, wie sie schrittweise abgebaut werden können, ohne die Netzstabilität zu gefährden. Die Herangehensweise jeder Partei wird die deutsche Energiepolitik – und ihre Kosten – in den kommenden Jahren prägen.

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