06 May 2026, 05:01

Sachsens Apothekensterben: Warum immer mehr Standorte dichtmachen müssen

Ein Apotheken-Schild mit der Aufschrift "The Generics Pharmacy" in einer städtischen Umgebung mit Gebäuden, Fahrzeugen und einem klaren Himmel.

Sachsens Apothekensterben: Warum immer mehr Standorte dichtmachen müssen

Apotheken in Sachsen schließen in alarmierendem Tempo

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Allein zwischen 2021 und 2025 haben in Sachsen 85 Apotheken ihre Türen für immer geschlossen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo wirtschaftliche Zwänge und Personalmangel immer mehr Betriebe an den Rand des Ruins treiben. Branchenvertreter warnen nun, dass ohne schnelles Handeln die Versorgung mit essenziellen Gesundheitsleistungen in einigen Gebieten zusammenbrechen könnte.

Schon zwischen 2016 und 2020 verlor Sachsen 36 Apotheken – ein kontinuierlicher Rückgang, der sich seither noch beschleunigt hat. Im vergangenen Jahr schlossen weitere 13 Betriebe, ein zwar langsamerer, aber dennoch besorgniserregender Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Göran Donner, Präsident des Landesapothekerverbandes, betont seit Langem, dass die Lage außer Kontrolle geraten sei.

Laut Donner liegt das Kernproblem im wirtschaftlichen Überlebenskampf vieler Apotheken. Sie kämpfen mit steigenden Kosten und einem Mangel an Fachkräften. Das geplante Apotheken-Reformgesetz, das Dienstleistungen wie Impfungen und Früherkennungstests ausweiten soll, werde die Kluft noch vergrößern. Denn unter den aktuellen Plänen werden nur finanziell gut aufgestellte Apotheken die zusätzliche Arbeitslast bewältigen können.

Donner kritisiert zudem die Bundesregierung, weil sie eine im Koalitionsvertrag vereinbarte Gebührenanpassung verzögert. Ohne diese Änderung, so seine Warnung, könnte selbst die grundlegende medizinische Versorgung in ländlichen Teilen Sachsens schon bald nicht mehr tragbar sein.

Die anhaltenden Schließungen drohen ganze Regionen Sachsens ohne zuverlässigen Apothekenzugang zurückzulassen. Bleiben die Gebühren unverändert und halten die wirtschaftlichen Belastungen an, könnten weitere Betriebe zur Aufgabe gezwungen werden – mit der Folge, dass vor allem Bewohner abgelegener Gebiete immer weniger Möglichkeiten für dringend benötigte medizinische Leistungen haben.

Quelle