Regionalverkehr in Südwestdeutschland bleibt trotz Fortschritten schwach
Juliane SontagRegionalverkehr in Südwestdeutschland bleibt trotz Fortschritten schwach
Regionalverkehr in Südwestdeutschland verzeichnete Ende 2024 leichte Verbesserungen, doch die Gesamtqualität blieb auf niedrigem Niveau. Die durchschnittliche Bewertung über 33 Netze stieg leicht auf 45,4 Punkte – ein Plus von 0,8 Punkten im Vergleich zum Vorjahr (44,6). Trotz einiger Fortschritte erreichten nur zehn Netze mehr als 50 von 100 möglichen Punkten.
Die besten Platzierungen belegten vor allem Strecken der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Das Klettgau-Netz zwischen Erzingen und Schaffhausen führte mit 91,9 Punkten die Rangliste an. Den zweiten Platz sicherte sich die Schwäbische Alb-Bahn mit 89,1 Punkten auf den Strecken Amstetten–Gerstetten und Ulm–Schelklingen–Gammertingen. Die SBB belegte zudem mit 86,9 Punkten auf der Linie Schaffhausen–Singen den dritten Rang.
Zu den Schlusslichtern zählten Arverio im Franken/Enz-Netz (Platz 31, 21,9 Punkte) sowie die Murrbahn (Platz 32, 12,6 Punkte). Am schlechtesten schnitt das Hochrhein-Netz der DB Regio ab, das mit nur 6,8 Punkten auf dem letzten Platz landete. Zudem beklagten Fahrgäste in vielen Zügen eine nachlassende Sauberkeit.
Die größte Steigerung verzeichnete die Bodenseegürtelbahn: DB Regio verbesserte sich hier um 36 Punkte und kletterte damit vom vorletzten Platz Ende 2023 auf Rang 10 Ende 2024. Leichte Fortschritte gab es auch bei Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sitzplatzkapazitäten.
In den vergangenen zwei Jahren hat das Verkehrsministerium Baden-Württemberg 150 Millionen Euro in angeschlagene Strecken wie die Neckar-Alb-Bahn und die Remstalbahn investiert. Zu den Modernisierungen zählten Gleiserneuerungen, moderne Signaltechnik und die Einführung von Stadler-FLIRT-Triebzügen. Zudem wurden digitale Systeme wie ETCS eingeführt, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Diese Maßnahmen führten bis Anfang 2026 zu einer Steigerung der Pünktlichkeit um 12 Prozent.
Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kritisierte den aktuellen Zustand des Regionalverkehrs scharf. Er betonte, dass eine höhere Zuverlässigkeit sowohl für die Zufriedenheit der Fahrgäste als auch für die Klimaschutzziele unverzichtbar sei.
Die neuesten Zahlen zeigen zwar eine leichte Verbesserung der Servicequalität, doch die Leistung liegt weiterhin deutlich unter den 54,6 Punkten von Ende 2021. Zwar haben einige Netze Fortschritte gemacht, doch viele kämpfen weiterhin mit Verspätungen, mangelnder Sauberkeit und unzureichender Zuverlässigkeit. Die laufenden Investitionen des Ministeriums sollen diese Probleme angehen – der Fortschritt bleibt jedoch zäh.






