Radio CORAX kämpft um seine Zukunft zwischen Ehrenamt und politischer Kritik
Juliane SontagRadio CORAX kämpft um seine Zukunft zwischen Ehrenamt und politischer Kritik
Radio CORAX hat sich einen Namen für sein vielfältiges und unabhängiges Programm gemacht. Der Sender, der fast ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben wird, bietet alles – von Kindersendungen bis hin zu Diskussionsformaten für queere Communities. Doch nun gerät seine Zukunftsfinanzierung in Gefahr, da vor der anstehenden Landtagswahl die politischen Spannungen steigen.
Der Sender arbeitet mit rund 400 Mitgliedern, die 175 verschiedene Formate produzieren. Die meisten arbeiten unentgeltlich und gestalten tägliche Inhalte wie Tipkin oder das Magazin Serendipity. Jeder kann in der wöchentlichen Redaktionssitzung Ideen einbringen – vorausgesetzt, er hat zuvor einen Einführungskurs absolviert.
CORAX erhält jährlich etwa 200.000 Euro von der Landesmedienanstalt. Hinzu kommen kommunale Zuschüsse und Projektförderungen. Doch zunehmend ist der Sender auf Spenden angewiesen, um seine Zukunft zu sichern.
Neben dem Rundfunkprogramm veranstaltet CORAX öffentliche Events in seinen Studios: Filmabende, Debatten und Workshops für Nachwuchs-Radiomacher. Der Sender kooperiert zudem mit Kulturinitiativen und AMARC, einem weltweiten Netzwerk nichtkommerzieller Radiosender.
Trotz politischen Drucks will CORAX sein Programm beibehalten. Die rechtspopulistische AfD fordert die Streichung der Mittel und wirft dem Sender vor, linke Ideologien zu verbreiten. Das Team jedoch bleibt konzentriert darauf, vielfältige Communities zu bedienen – von Geflüchteten bis zu lokalen Künstlern.
CORAX wird weiterhin seine Mischung aus Musik, Diskussionsrunden und gemeinwohlorientierten Formaten senden. Die Überlebensfähigkeit des Senders könnte davon abhängen, ob es gelingt, die Spendenbasis zu erweitern, während traditionelle Fördergelder unter Druck geraten. Bis dahin produzieren die Ehrenamtlichen weiter Sendungen, die die Stimmen der unterschiedlichen Halleschen Communities widerspiegeln.






