Pforzheim will 2025 zur Kulturhauptstadt Europas werden – doch das Geld fehlt noch
Cetin GeißlerPforzheim will 2025 zur Kulturhauptstadt Europas werden – doch das Geld fehlt noch
Pforzheim erwägt eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2025. Der Stadtrat diskutierte kürzlich den Vorschlag unter der Leitung von Oberbürgermeister Peter Boch und Bürgermeisterin Sibylle Schüssler. Bei Erfolg würde Pforzheim zu den neun deutschen Städten gehören, die den Titel seit der Einführung der Initiative 1985 trugen.
Die Idee wurde zunächst von der Stadtverwaltung in den Rat eingebracht. Die Verantwortlichen erhielten den Auftrag, die vollständige Finanzierung der Bewerbung sicherzustellen – und zwar ohne Kürzungen im bestehenden Kulturetats. Dr. Ulrich Fuchs, Vorsitzender der Auswahljury, besuchte Pforzheim am 17. und 18. September, um über Chancen und Risiken zu informieren. Er bestätigte, dass private Sponsoren die Bewerbung unterstützen könnten, öffentliche Mittel jedoch nicht ersetzen dürften.
Der offizielle Startschuss für den Wettbewerb fiel am 24. September 2018. Interessierte Städte müssen bis Mitte Oktober ein grundlegendes Bewerbungskonzept erarbeiten; eine erste Präsentation ist zeitnah in Berlin geplant. Der Stadtrat will die Details von Pforzheims möglicher Kandidatur bis November finalisieren.
Deutschland war bereits neunmal Gastgeber der Kulturhauptstadt Europas, darunter Berlin, Essen (als Teil des Ruhrgebiets) und Magdeburg. Die 1985 von der EU ins Leben gerufene Auszeichnung ging bisher an über 60 Städte in ganz Europa.
Pforzheims nächste Schritte hängen von verbindlichen Finanzzusagen ab. Die Stadt muss ein vollständig finanziertes Konzept vorlegen, ohne ihr aktuelles Kulturbudget zu schmälern. Bei einer Auswahl würde sie in die Fußstapfen früherer deutscher Gastgeber treten und ein ganzes Jahr lang eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen sowie internationale Aufmerksamkeit erhalten.






