NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitaler Ermittlungsturbo gegen Kriminalität im Netz
Suse RädelNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitaler Ermittlungsturbo gegen Kriminalität im Netz
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung der digitalen Ermittlungsfähigkeiten
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Kapazitäten im Kampf gegen digitale Kriminalität auszubauen. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode zur Sammlung und Analyse öffentlich zugänglicher Daten, insbesondere aus sozialen Medien. Die Maßnahme ist Teil einer größeren Sicherheitsreform, die nach dem islamistischen Messerangriff in Solingen im vergangenen September eingeleitet wurde.
Das neue OSINT-Programm des Landes umfasst erweiterte Teams, digitale Streifen und KI-gestützte Arbeitsplätze. Eine zentrale Einheit ist beim Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf angesiedelt und wird von dem 42-jährigen Fabian Coenen geleitet. Seine Abteilung, die Unterabteilung 22.2, spezialisiert sich auf die Aufklärung politisch motivierter Straftaten mithilfe öffentlich verfügbarer Daten.
Die OSINT-Gruppe des LKA ist von einst zwei Mitarbeitern auf ein 16köpfiges Team angewachsen. Mittlerweile arbeiten dort IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler Hand in Hand mit Ermittlern. Ihre Ausstattung umfasst hochmoderne Werkzeuge, darunter 49-Zoll-Curved-Monitore für eine detaillierte Datenvisualisierung.
Neben dem LKA bieten sechs weitere Staatsschutzeinheiten schnelle OSINT-Unterstützung für dringende Einsätze. Auch die Ausbildung spielt eine zentrale Rolle: Marc Restemeyer schult derzeit 20 Ermittler aus der gesamten Region am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss.
Die Initiative ist Teil eines größeren Sicherheitspakets, das Migration, Prävention und Extremismus abdeckt. Durch Investitionen in Personal, Technologie und verdeckte digitale Ermittlungen will Nordrhein-Westfalen Bedrohungen künftig wirksamer begegnen. Die Ausweitung der OSINT-Kapazitäten unterstreicht die wachsende Bedeutung dieser Methode, um Online-Risiken zu überwachen und darauf zu reagieren.






