09 June 2026, 08:26

Mittelstand fühlt sich vom Kanzleramt bei Wirtschaftsgipfel kaltgestellt

Präsident des BVMW Ahlhaus: Kleine und mittlere Unternehmen fühlen sich bei Wirtschaftsrunde im Kanzleramt übergangen

Mittelstand fühlt sich vom Kanzleramt bei Wirtschaftsgipfel kaltgestellt

Vertreter des deutschen Mittelstands haben sich gegen ihre Ausgrenzung von einem bevorstehenden Spitzentreffen im Kanzleramt ausgesprochen. Die vom Bundeskanzler Friedrich Merz organisierte Veranstaltung soll zentrale Wirtschaftsreformen behandeln – doch Kritiker werfen der Regierung vor, die Belange kleiner und mittlerer Unternehmen zu ignorieren.

Zehn Branchenverbände, angeführt vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie den Regierungsansatz scharf kritisieren. Darin heißt es, der Gipfel in der Villa Borsig strukturell den Mittelstand an den Rand dränge – dabei bilde dieser das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, warnte, dass frühere Vereinbarungen die Realität kleinerer Betriebe nicht ausreichend berücksichtigt hätten.

Die Unterzeichner zeigten sich verärgert über ungelöste Forderungen, darunter Bürokratieabbau und Reformen bei der Einkommensteuer. Ihre Sorgen wachsen angesichts der wirtschaftlichen Stagnation und zunehmender Unsicherheit in der Wirtschaft. In der Erklärung wird zudem mehr Flexibilität im Arbeitsrecht gefordert, da die aktuellen Regelungen die Vielfalt der deutschen Wirtschaftslandschaft nicht widerspiegeln würden.

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Ahlhaus betonte, dass die Entscheidung der Koalition, den Mittelstand von diesem entscheidenden Treffen auszuschließen, eine verpasste Chance sei. Der Gipfel, der als das wichtigste Zusammentreffen dieser Legislaturperiode gilt, vertieft die Gräben zwischen Politik und Wirtschaftselite.

Die Kritik unterstreicht die wachsende Kluft zwischen der Regierung und dem Mittelstand in der Wirtschaftspolitik. Da zentrale Reformen noch ausstehen, fordern Unternehmen eine stärkere Einbindung in Entscheidungsprozesse. Das Ergebnis des Gipfels könnte die Beziehungen zwischen Berlin und der Industrie weiter prägen.

Quelle