14 April 2026, 16:30

Merz' Rückkehr-Vorschlag für Syrer löst politische Empörung aus

Plakat, das Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse für Flüchtlinge und erleichterte Kursdiskussionen mit lokalen Studenten ankündigt, mit mehreren Personen im Hintergrund, die Taschen tragen.

Merz' Rückkehr-Vorschlag für Syrer löst politische Empörung aus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit dem Vorschlag, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer in ihr Heimatland zurückkehren könnten, eine kontroverse Debatte ausgelöst. Die Äußerung stieß bei Abgeordneten aller Parteien auf scharfe Kritik, die sowohl die Machbarkeit als auch den Zeitpunkt infrage stellen.

Außenpolitische Experten haben sich zu Wort gemeldet und auf wirtschaftliche sowie sicherheitspolitische Bedenken im Zusammenhang mit dem Vorstoß hingewiesen.

Merz' Aussagen fielen während einer jüngeren politischen Diskussion, in der er die Idee einer groß angelegten Rückkehr syrischer Geflüchteter ins Spiel brachte. Seine Aussage traf sofort auf Widerstand – sowohl von Seiten der Opposition als auch aus den Reihen der Koalition.

Der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter bezeichnete den Vorschlag als problematisch und innenpolitisch unklug. Er verwies darauf, dass viele Syrer mittlerweile in Branchen arbeiteten, die unter Fachkräftemangel litten – ihr Weggang würde die Lage weiter verschärfen. Besonders im Gesundheitswesen, in der Logistik und anderen systemrelevanten Bereichen seien ihre Beiträge unverzichtbar.

Ralf Stegner, außenpolitischer Sprecher der SPD, wies die 80-Prozent-Marke als realitätsfremd zurück. Er betonte die anhaltende Instabilität in Syrien, wo Konflikte und wirtschaftlicher Zusammenbruch das Land weiterhin prägen. Stegner forderte Merz auf, vor solchen Aussagen Fachleute zu konsultieren.

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Der SPD-Abgeordnete Hakan Demir unterstrich Kiesewetters Argumentation. Er hob hervor, dass Syrer eine entscheidende Rolle bei der Schließung von Personalengpässen in zentralen Dienstleistungsbereichen spielten. Ihr plötzlicher Wegfall, warnte er, könnte die bestehenden Mangellagen in Schlüsselsektoren weiter verschärfen.

Der Vorschlag hat die Spannungen in der Flüchtlings- und Integrationspolitik offenbart. Kritiker argumentieren, dass sowohl die Sicherheitslage in Syrien als auch der deutsche Arbeitsmarkt eine Rückkehr in großem Stil unrealistisch machen. Die Diskussion wird voraussichtlich anhalten, während die Abgeordneten die wirtschaftlichen und humanitären Folgen bewerten.

Quelle