06 May 2026, 08:44

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass von beiden Extremen entfacht

Innenansicht eines Berliner Restaurants mit Holztischen und -stühlen in der Nähe eines großen Fensters, das eine städtische Außenansicht mit Fußgängern, Gebäuden und Straßenelementen zeigt.

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass von beiden Extremen entfacht

Ein Restaurant in Mainz ist seit Monaten wegen seines Namens Ziel von Anfeindungen. Heimat, betrieben von Veli Ivecen, sollte eigentlich ein Ort der Gastfreundschaft sein, an dem sich Gäste willkommen fühlen. Doch das Wort hat stattdessen Hass von beiden politischen Extremen ausgelöst.

Die Angriffe begannen vor zwei bis drei Monaten. Ivecen und sein Team werden seitdem täglich mit verbalen Beleidigungen, Online-Belästigungen und sogar Konfrontationen innerhalb des Lokals konfrontiert.

Ivecen, kurdischer Abstammung und in der Türkei geboren, eröffnete Heimat, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen. Der Name wurde wegen seiner warmen Bedeutung gewählt – ein Ort, an dem sich alle zu Hause fühlen sollen. Doch Kritiker verdrehen diese Absicht und unterstellen ihm politische Motive.

Die Anfeindungen nehmen verschiedene Formen an. Private Instagram-Accounts und E-Mail-Postfächer wurden mit Hassnachrichten überflutet. Vor dem Restaurant zeigten Jugendliche den Hitlergruß. Andere beschimpften Ivecen als Nazi, während rechtsextreme Stimmen die Integration türkischer und kurdischer Gerichte in die deutsche Gastronomie angreifen.

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Anfangs dachte Ivecen aufgrund des anhaltenden Drucks darüber nach, das Restaurant umzubenennen. Mittlerweile weigert er sich, nachzugeben. Erst kürzlich wurde die Fassade mit dem Slogan „Das ist mein Zuhause, nicht deins“ beschmiert – eine Parole, die er umgehend entfernen ließ.

Trotz der Feindseligkeit bleibt Ivecen offen für sachliche Kritik. Ehrliche Rückmeldungen zur Küche nimmt er gern entgegen, doch bei persönlichen Angriffen und Einschüchterungsversuchen setzt er klare Grenzen.

Die Kontroverse hat Heimat nicht daran gehindert, weiter zu arbeiten – auch wenn die Belastung für Ivecen und sein Team spürbar ist. Das Restaurant serviert weiterhin seine Fusion-Küche und hält dem Gegenwind stand. Vorerst bleibt es beim Namen – und bei der Idee, die dahintersteht.

Quelle