24 March 2026, 06:37

Gorfion zeigt, wie Erneuerbare schneller und günstiger ausgebaut werden können

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Gorfion zeigt, wie Erneuerbare schneller und günstiger ausgebaut werden können

Gorfion Green Energy legt Diskussionspapier vor: So lässt sich der Ausbau Erneuerbarer beschleunigen – und gleichzeitig Kosten senken

Unter dem Titel "Realitätscheck des deutschen Stromsystems" hat das Unternehmen Gorfion Green Energy ein neues Diskussionspapier veröffentlicht, das Wege aufzeigt, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigt und gleichzeitig die Kosten gesenkt werden können. Die Studie schlägt tiefgreifende Reformen im Betrieb des deutschen Stromnetzes vor. Nun wirbt das Unternehmen bei Energieerzeugern, Politikern und Netzbetreibern für die Umsetzung dieser Vorschläge.

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Im Mittelpunkt steht der Wechsel zu einer nachfrageorientierten Expansion. Dabei sollen neue Projekte für erneuerbare Energien vorrangig in Regionen mit dem höchsten Stromverbrauch entstehen. Durch eine bessere Abstimmung von Angebot und Nachfrage ließe sich das System effizienter betreiben und unnötige Infrastrukturinvestitionen vermeiden.

Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Abschaffung der EEG-Förderung. Statt auf feste Vergütungssätze zu setzen, plädiert Gorfion für eine stärkere Markteinbindung der Erneuerbaren. Dies soll Fehlinvestitionen verhindern und die Gesamtkosten für Verbraucher senken.

Zur Optimierung der Netznutzung empfiehlt der Bericht das Konzept der Mehrfachnutzung von Standorten ("Multi-Co-Location") – also die räumliche Bündelung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch. Dadurch ließen sich bestehende Netze besser auslasten und teure Redispatch-Maßnahmen reduzieren. Auch digitale Lösungen spielen eine große Rolle: Ein digitaler Zwilling des deutschen Stromnetzes sowie standardisierte technische Regeln sollen für mehr Transparenz sorgen und die Zusammenarbeit der Netzbetreiber verbessern.

Als weitere Steuerungsinstrumente schlägt das Papier regionale Preiszonen und flexible Netzentgelte vor. Solche Anreize könnten Verbraucher und Erzeuger dazu bewegen, ihr Verhalten an die Netzkapazitäten anzupassen. Zudem fordert die Studie vereinfachte Planungsverfahren, eine Gleichbehandlung von Speicher- und Erzeugungsprojekten sowie verbindliche Fristen für Netzanschlüsse.

Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen decken sich mit bereits eingeleiteten Schritten der Bundesregierung. Die Energierechtsnovelle 2025 führt eine zentrale Online-Plattform für Netzzugänge ein und digitalisiert die Anschlussprozesse. Das im Mai verabschiedete Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) sieht bis 2032 eine 95-prozentige Abdeckung mit intelligenten Zählern vor und standardisiert digitale Arbeitsabläufe. Weitere Reformen der Netzvorschriften sind für Ende 2025 geplant, konkrete Schritte hin zu regionalen Strompreisen stehen jedoch noch aus.

Laut Gorfion ließen sich durch ein optimiertes System bis 2045 rund 123 Milliarden Euro an Netzinvestitionen einsparen – zusätzliche Ersparnisse durch den schrittweisen Ausstieg aus der EEG-Förderung noch nicht eingerechnet.

Ziel der Vorschläge ist eine grundlegende Modernisierung des deutschen Stromsystems ohne zusätzliche Belastungen. Bei Umsetzung könnten sie die Kosten für den Netzausbau senken, die Effizienz steigern und einen intelligenteren Energieeinsatz fördern. Ob es dazu kommt, hängt nun davon ab, ob Politik, Wirtschaft und Netzbetreiber die Empfehlungen aufgreifen und vorantreiben.

Quelle