24 April 2026, 22:26

Energiekonzerne drängen auf Kraftwerksstilllegungen – doch wer sichert Deutschlands Stromversorgung?

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem eräuterndem Text.

Energiekonzerne drängen auf Kraftwerksstilllegungen – doch wer sichert Deutschlands Stromversorgung?

Deutschlands Energiesektor steht vor neuen Herausforderungen, da große Versorger den Druck erhöhen, Kraftwerke stillzulegen, während die Bundesregierung Forderungen nach einem Kapazitätsmarkt zurückweist. Die Debatte entzündet sich an dem Spannungsfeld zwischen dem Ausstieg aus der konventionellen Energieerzeugung und der Notwendigkeit, die Stromversorgung stabil zu halten. Fachleute und Politiker suchen nun nach alternativen Lösungen, um künftige Engpässe zu vermeiden.

Die Energiekonzerne E.ON und RWE haben angekündigt, insgesamt 26 Kraftwerke vom Netz zu nehmen. Die Unternehmen begründen dies mit den aktuellen Marktbedingungen, die Investitionen in neue Kapazitäten unrentabel machten. Doch einige dieser Anlagen sind weiterhin systemrelevant für die Netzstabilität – was die Regulierungsbehörden in eine schwierige Lage bringt.

Deutschland unterhält bereits eine strategische Reserve von 2,6 Gigawatt an Bereitschaftskraftwerken für Notfälle. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schlägt vor, diese Reserve auf 7 bis 10 Gigawatt auszubauen und flexibler zu gestalten. Damit ließe sich die Versorgungssicherheit erhöhen, ohne auf neue konventionelle Kraftwerke setzen zu müssen – was den Zielen der Energiewende widerspräche.

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Die Bundesregierung lehnt unterdessen einen Kapazitätsmarkt kategorisch ab, ein System, das in mehreren europäischen Nachbarländern bereits eingeführt wurde. Dabei erhalten Betreiber Zahlungen dafür, dass sie Kraftwerke vorhalten – selbst wenn diese keinen Strom erzeugen. Frankreich hatte zuvor einen gemeinsamen Kapazitätsmechanismus mit Deutschland vorgeschlagen, doch Berlin wies den Vorschlag zurück.

Der Streit zeigt das Dilemma zwischen dem Ausbau der Erneuerbaren und der Absicherung von Reservekapazitäten. Während die Energiekonzerne auf Stilllegungen drängen und die Politik Kapazitätszahlungen ausschließt, rückt nun die Stärkung der strategischen Reserve in den Fokus. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie Deutschland seine Energieversorgung in den kommenden Jahren steuert.

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