DGB fordert Pflicht-Rente für alle Arbeitnehmer – Arbeitgeber sollen zahlen
Cetin GeißlerDGB fordert Pflicht-Rente für alle Arbeitnehmer – Arbeitgeber sollen zahlen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Nach Auffassung der Gewerkschaft müssen Arbeitgeber die finanzielle Verantwortung mit tragen und dürfen die Last nicht allein auf die Beschäftigten abwälzen. Aktuellen Zahlen zufolge verfügen rund 20 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland über keine betriebliche Rente – oft, weil ihre Unternehmen nicht an Tarifverträge gebunden sind.
DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat deutlich gemacht, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen über tarifliche Betriebsrenten führen will. Ziel ist es, den DGB zum offiziellen Verhandlungspartner für solche Modelle zu machen. Konkrete Vorschläge sollen noch vor Monatsende vorgelegt werden. Der Plan sieht vor, die Abdeckung auch auf nicht tarifgebundene Unternehmen auszuweiten, indem Beschäftigte unter vereinfachten Bedingungen bestehenden Rentensystemen beitreten können.
Fahimi räumte mögliche Widerstände ein und verwies auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Gleichzeitig betonte sie, dass betriebliche Altersvorsorge zusätzlich sein müsse und zumindest teilweise von den Arbeitgebern finanziert werden solle. In vielen europäischen Ländern liegen die Pflichtbeiträge zur Altersvorsorge bereits bei über 20 Prozent – wobei Arbeitgeber in der Regel einen größeren Anteil übernehmen als die Beschäftigten.
Der DGB ist bereit, die betriebliche Altersvorsorge über Tarifverträge auszuhandeln. Ziel ist eine breitere Absicherung, insbesondere für diejenigen, die bisher von betrieblichen Rentensystemen ausgeschlossen sind. Der Vorschlag sieht vor, dass Arbeitgeber gemeinsam mit den Beschäftigten in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Bei Umsetzung könnte dies Millionen von Arbeitnehmern ohne betriebliche Rente eine Absicherung ermöglichen. Detaillierte Pläne des DGB sollen noch vor Ende des Monats veröffentlicht werden.






