Deutschlands Apotheker werden immer älter – droht ein Fachkräftemangel in der Pharmabranche?
Cetin GeißlerDeutschlands Apotheker werden immer älter – droht ein Fachkräftemangel in der Pharmabranche?
Deutschlands Apothekerbelegschaft altert rasant – fast ein Drittel ist 56 Jahre oder älter
Neue Zahlen zeigen eine wachsende Kluft zwischen jüngeren und älteren Fachkräften in verschiedenen Bereichen der Pharmabranche. Angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren wachsen die Sorgen über die Zukunft des Sektors.
2024 waren nur noch 10,7 Prozent der Apotheker unter 30 Jahre alt, während 12,5 Prozent in die Altersgruppe zwischen 31 und 35 fielen. Gleichzeitig waren 13,5 Prozent zwischen 56 und 60 Jahre alt, und 6,5 Prozent hatten bereits ein Alter von 66 Jahren oder mehr erreicht. Die Zahlen verdeutlichen: Die Belegschaft wird zunehmend von älteren Mitarbeitenden geprägt.
Besonders hoch ist das Durchschnittsalter in öffentlichen Apotheken – hier liegt es bei 48,4 Jahren, bei Apothekenleitungen sogar bei 53,6 Jahren. Demgegenüber sind die Teams in Krankenhaus- und Industrieapotheken jünger: Dort beträgt das Durchschnittsalter 41,3 beziehungsweise 43 Jahre.
Doch nicht nur die Pharmabranche steht vor dieser Herausforderung. Bis 2039 werden voraussichtlich 13,4 Millionen Beschäftigte in Deutschland die gesetzliche Altersgrenze von 67 Jahren überschritten haben. Dieser Wandel wird sich besonders in Gesundheitsberufen bemerkbar machen – auch in Apotheken, wo erfahrene Kräfte den Arbeitsmarkt verlassen.
Die Daten deuten auf einen schrumpfenden Nachwuchs hin. Da ein großer Teil der Belegschaft kurz vor dem Ruhestand steht, könnte der Sektor bald mit Personalengpässen konfrontiert sein. Politik und Arbeitgeber müssen nun gezielt in Nachwuchsförderung und Ausbildung investieren, um die Versorgungsqualität in den kommenden Jahren zu sichern.






