07 June 2026, 14:26

Deutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – und riskiert nun Konsequenzen

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – und riskiert nun Konsequenzen

Deutschland hat die Frist zur Umsetzung der neuen EU-Gehaltstransparenzgesetze verpasst. Die Regelungen, die die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern bekämpfen sollen, hätten eigentlich bis Montag, den 10. Juni 2024, in Kraft treten müssen. Die Europäische Kommission könnte nun rechtliche Schritte gegen das Land einleiten, weil es die Vorgaben nicht fristgerecht umgesetzt hat.

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Die EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz verpflichtet Arbeitgeber, Gehälter von Anfang an offenzulegen. Zudem ist es ihnen untersagt, Bewerber:innen nach ihren vorherigen Einkünften zu fragen. Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten müssen regelmäßig Daten zu ihren geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden veröffentlichen.

Nach den neuen Bestimmungen können Arbeitnehmer:innen Auskunft über die durchschnittlichen Gehälter für vergleichbare Positionen verlangen – aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Der EU-weite geschlechtsspezifische Lohnunterschied liegt derzeit bei 11,1 %. In Deutschland verdienen Frauen jedoch laut Eurostat-Zahlen von 2024 pro Stunde 15,6 % weniger als Männer.

Eigentlich hätte Deutschland bis zum 7. Juni 2026 Zeit gehabt, die Richtlinie umzusetzen, doch bereits die erste Frist wurde verpasst. Die Bundesregierung plant nun, die Maßnahmen bis Anfang 2027 vollständig in Kraft zu setzen. Die Europäische Kommission könnte wegen der Verzögerung ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleiten. Sobald die Regeln gelten, müssen Unternehmen Gehaltsdetails offenlegen und über Lohnungleichheiten berichten. Die Änderungen zielen darauf ab, die anhaltende Lücke zwischen den Einkommen von Männern und Frauen in der gesamten EU zu verringern.

Quelle