10 May 2026, 10:26

Deutschland sucht dringend Alternativen nach US-Tomahawk-Rückzug aus Stationierungsplänen

Nahaufnahme eines Militärfahrzeugs mit einer runden, grün-weißen Rakete, die seitlich in einem Metallrahmen montiert ist.

Deutschland sucht dringend Alternativen nach US-Tomahawk-Rückzug aus Stationierungsplänen

Deutsche Verteidigungspolitiker drängen auf beschleunigte Raketenentwicklung nach US-Kehrtwende bei Tomahawk-Stationierung

Nach dem Rückzug der USA von Plänen zur Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland fordern führende Verteidigungspolitiker eine schnellere Entwicklung eigener Raketensysteme. Die Entscheidung hat Befürchtungen über eine mögliche „Abschreckungslücke“ geschürt und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zum Handeln aufgefordert. Sowohl Politiker der Unionsfraktion als auch der SPD verlangen nun Lösungen, um Deutschlands Fähigkeiten im Bereich langstreckiger Waffen zu stärken.

Die Debatte gewann an Brisanz, nachdem der damalige US-Präsident Donald Trump die Genehmigung für die Stationierung der Tomahawk-Raketen in Deutschland zurückzog. Dies wirft Fragen nach der Glaubwürdigkeit der Abschreckung auf – insbesondere bei langstreckigen Präzisionsschlägen. Als Reaktion kritisierte Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, das zögerliche Tempo bei der Modernisierung der Bundeswehr. Er forderte einen „Aktionsplan 2029“, der aufzeigt, wie Deutschland zügig eine glaubwürdige Abschreckung aufbauen kann.

Erndl betonte zudem, dass neue Wege beschritten werden müssten, etwa durch Kooperationen mit aufstrebenden deutschen Rüstungsunternehmen. Gleichzeitig schlug Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, eine Zusammenarbeit mit der Ukraine vor, um die europäische Raketenproduktion zu beschleunigen. Das ukrainische Marschflugkörperprogramm FP-5 Flamingo könnte dabei wertvolles Know-how liefern. Möller mahnte, vorhandene technologische Kompetenzen zu nutzen, um die europäischen Raketenkapazitäten kurzfristig auszubauen.

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Sowohl Erndl als auch Möller setzen Pistorius unter Druck, Alternativen zur abgesagten Tomahawk-Stationierung vorzulegen. Ihre Forderungen spiegeln wachsende Ungeduld über Verzögerungen bei der Aufrüstung Deutschlands mit langstreckigen Waffensystemen wider.

Der Abzug der Tomahawk-Raketen zwingt Deutschland nun zum Umdenken in der Sicherheitspolitik. Abgeordnete verlangen konkrete Schritte, um die Lücke zu schließen – sei es durch europäische Zusammenarbeit oder heimische Innovationen. Pistorius steht vor der Aufgabe, noch vor dem Stichtag 2029 einen überzeugenden Fahrplan vorzulegen.

Quelle