Deutsche Luftfahrt kämpft mit Passagierrückgang und explodierenden Kerosinpreisen
Juliane SontagDeutsche Luftfahrt kämpft mit Passagierrückgang und explodierenden Kerosinpreisen
Deutschlands Luftfahrtbranche steht vor wachsenden Herausforderungen, da die Passagierzahlen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie liegen und die Kosten weiter steigen. Im Jahr 2025 fertigten die Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Gleichzeitig belasten stark gestiegene Kerosinpreise und sich ändernde Steuerpolitiken die Airlines und gefährden Arbeitsplätze.
Die Krise der Branche verschärfte sich im Mai 2024, als die Bundesregierung die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent erhöhte. Eine jüngste Gesetzesreform kehrte diese Anhebung jedoch wieder zurück und setzte die Sätze auf das vorherige Niveau herab. Nun hat die Regierung einen weiteren Rückgang um 16,1 Prozent vorgeschlagen – doch ob dies die finanzielle Belastung der Fluggesellschaften spürbar verringert, bleibt fraglich.
Die Kerosinpreise haben sich seit Dezember 2023 mehr als verdoppelt und machen mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines aus. Allein die Lufthansa rechnet in diesem Jahr mit zusätzlichen Treibstoffkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Die Lage bedroht zudem rund 10.000 Arbeitsplätze in der gesamten Branche.
Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Die AfD fordert eine vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer bis zum 1. Dezember 2024. Unterdessen soll die bevorstehende Nationale Luftfahrtstrategie der Regierung, die Friedrich Merz auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) im Juni vorstellen wird, die Wettbewerbsfähigkeit stärken – doch Kritiker zweifeln, ob die Maßnahmen ausreichen.
Die Branche hat bereits schwere Verluste hinnehmen müssen, darunter die Schließung von Spirit Airlines im Mai 2023 nach 62 Jahren Betrieb.
Mit rückläufigen Passagierzahlen und explodierenden Treibstoffkosten bleibt die deutsche Luftfahrt unter erheblichem Druck. Die geplanten Steuersenkungen und die neue Strategie könnten zwar etwas Entlastung bringen – doch eine nachhaltige Erholung und langfristige Stabilität der Branche sind alles andere als gesichert.






