Deutsche Autobosse lehnen sich gegen EU-Klimaziele und E-Auto-Quoten auf
Suse RädelDeutsche Autobosse lehnen sich gegen EU-Klimaziele und E-Auto-Quoten auf
Spitzenmanager der führenden deutschen Automobilhersteller haben sich gegen die verschärften Klimaziele und Elektroauto-Quoten der EU ausgesprochen. Die Vorstände von Mercedes, Volkswagen, BMW, Audi und Porsche äußerten auf einer kürzlichen Branchenveranstaltung Bedenken. Sie warnten, dass strengere Vorgaben die Produktion ins Ausland verlagern und hohe Strafzahlungen auslösen könnten.
Mercedes-Chef Ola Källenius betonte, dass schärfere Flottenemissionsgrenzen deutsche Hersteller zwingen könnten, die Fertigung in profitablere Regionen zu verlegen. Zudem wies er auf das Risiko erheblicher Bußgelder hin, falls die Ziele verfehlt werden. Källenius lobte zugleich den Salini-Bericht für dessen ausgewogene Haltung beim schrittweisen Ausstieg aus Verbrennungsmotoren.
Volkswagens Oliver Blume forderte verlängerte Übergangsphasen und Sonderregelungen für kleine Elektromodelle. Er schlug die Einführung von „Hypercredits“ vor, um die Produktion kompakter E-Autos zu fördern. Blume unterstrich, dass die Hersteller das Angebot an Elektrofahrzeugen an die tatsächliche Kundennachfrage anpassen müssten. Trotz eines Marktanteils von 27 Prozent im europäischen E-Auto-Segment drohen Volkswagen nach aktuellen CO₂-Vorgaben dennoch Strafen.
BMW-Chef Milan Nedeljković bezeichnete die EU-Vorgaben als mögliche mittelfristige Bedrohung und warnte, dass einige Schutzmechanismen kontraproduktiv wirken könnten. Auch Audis Gernot Döllner und Porsches Michael Leiters kritisierten die verschärften Ziele. Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, räumte ein, dass es schwierig sei, Deutschland als Standort für die Autoindustrie wettbewerbsfähig zu halten.
Die Branchenführer betonten die Notwendigkeit flexiblerer Regelungen, um finanzielle Belastungen und Produktionsverlagerungen zu vermeiden. Ihre Warnungen verdeutlichen die Spannung zwischen ehrgeizigen Klimapolitiken und den praktischen Herausforderungen der Hersteller. Das aktuelle EU-Rahmenwerk könnte Anpassungen erfordern, um Umweltziele mit wirtschaftlichen Realitäten in Einklang zu bringen.






