CSU-Politikerin Dorothee Bäder in der Kritik: Fehlende Diplomarbeit und umstrittene BAföG-Aussagen
Suse RädelCSU-Politikerin Dorothee Bäder in der Kritik: Fehlende Diplomarbeit und umstrittene BAföG-Aussagen
Dorothee Bäder, langjähriges CSU-Mitglied, äußerte sich kürzlich in einem Interview Ende Mai 2023 zum Thema Studienförderung. Die 45-jährige Politikerin, die bereits als Teenagerin der Partei beitrat, musste sich dabei auch Fragen zu ihrer akademischen Vergangenheit stellen – ihre Diplomarbeit aus dem Jahr 2006 ist in den Universitätsarchiven nicht auffindbar.
Bäder, geboren 1978, engagierte sich früh politisch: Mit 15 trat sie der CSU bei, mit 23 zog sie in den Parteivorstand ein, und nur ein Jahr später wurde sie als eine der jüngsten Abgeordneten in den Bundestag gewählt.
Sie studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und schloss 2006 ihr Studium mit dem Diplom und der Note 1,5 ab. Doch weder in der Bibliothek des OSI noch im Archiv der Hanns-Seidel-Stiftung lässt sich ihre Abschlussarbeit nachweisen. 2001 veröffentlichte sie zwar einen kurzen Beitrag über „mitfühlenden Konservatismus“ in den Politischen Studien, weitere akademische Publikationen von ihr sind jedoch nicht dokumentiert.
Im jüngsten Interview ging Bäder kurz auf die geplanten BAföG-Reformen ein. Demnach soll der Wohnkostenzuschuss für Empfänger:innen von 380 auf 440 Euro steigen. Gleichzeitig relativierte sie die finanzielle Belastung von Studierenden, bezeichnete sie als „sehr privilegiert“ und erklärte, ein Nebenjob stelle keine besondere Härte dar.
Das Gespräch befeuerte erneut die Debatte um Bäders akademische Laufbahn, insbesondere um ihre verschwundene Diplomarbeit. Ihre Äußerungen zur Studienförderung spiegeln indes die Haltung ihrer Partei zu Sozialleistungsanpassungen wider. Während die Erhöhung des BAföG-Wohnkostenzuschusses bereits beschlossen ist, bleiben umfassendere Reformen weiterhin umstritten.






