23 May 2026, 22:34

Bundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag bis 2027 trotz Preiserhöhungen

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag bis 2027 trotz Preiserhöhungen

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft trotz steigender Kosten und Kritik bis Juni 2027 verlängert. Die Vereinbarung ermöglicht es Bundesbehörden, die Produkte des US-Konzerns weiterhin unter den bisherigen Bedingungen zu nutzen. Allein im Jahr 2022 gaben öffentliche Einrichtungen fast 500 Millionen Euro für Software und Dienstleistungen des Unternehmens aus.

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Ursprünglich wäre der Vertrag Mitte 2026 ausgelaufen, doch die Laufzeit wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Beamte betonten, dass die Verlängerung den Bundeshaushalt nicht zusätzlich belasten werde – obwohl Microsoft ab Juli 2026 die Preise um bis zu 13 Prozent erhöhen will. Der Vertrag erleichtert zwar den Zugang zu Microsoft-Tools, verpflichtet die Behörden aber nicht zu deren Nutzung.

Kritiker wie Rebecca Lenhard von den Grünen warfen der Regierung vor, mit der Entscheidung Bemühungen zur Verringerung der Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verzögern. Lenhard sprach von einer vertanen Chance, Alternativen zu prüfen. Frankreich ist hier bereits einen Schritt weiter: Im April 2023 präsentierte die Regierung einen Plan, um staatliche Systeme schrittweise von Microsoft-Lösungen wegzuführen.

Deutschlands Vorgehen steht damit im Kontrast zu Frankreichs Streben nach digitaler Souveränität. Zwar bleiben die bisherigen Vertragsbedingungen erhalten, doch die bevorstehenden Preiserhöhungen könnten die Debatte über langfristige Software-Strategien neu entfachen. Die einjährige Verlängerung sichert Microsoft bis Mitte 2027 als zentralen Lieferanten für deutsche Behörden. Zwar steigen ab kommendem Sommer die Kosten, doch die Behörden behalten die Freiheit, ihre Software selbst auszuwählen. Die Entscheidung zeigt das Spannungsfeld zwischen Kostendruck und dem Ziel, die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern.

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