Baden-Württemberg testet flexibles Laden: E-Auto-Besitzer verdienen mit Stromnetz-Entlastung
Delia CasparBaden-Württemberg testet flexibles Laden: E-Auto-Besitzer verdienen mit Stromnetz-Entlastung
Ein neues Projekt in Baden-Württemberg testet, wie Besitzer von Elektroautos das Stromnetz entlasten und dabei zusätzliches Einkommen erzielen können. Unter dem Namen LadeFlexBW werden Privatfahrer belohnt, die ihre Ladezeiten flexibel anpassen. Seit dem Start haben sich bereits rund 15.000 E-Auto-Besitzer beteiligt – besonders großes Interesse kommt aus Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Mannheim und Heidelberg.
LadeFlexBW funktioniert als Reallabor und bietet finanzielle Anreize für Fahrer, die ihre Ladegewohnheiten leicht anpassen. Die Teilnehmer müssen weder ihren Energieanbieter wechseln noch ihre bestehenden Tarife ändern. Stattdessen nutzt das Projekt das aktuelle Standardlastprofil (SLP)-System, sodass keine intelligenten Stromzähler erforderlich sind.
Die Teilnahme ist freiwillig und marktbasiert, sodass Fahrer keine Komforteinbußen hinnehmen müssen. Dank des skalierbaren Aufbaus lässt sich das Modell auf alles anwenden – von einigen hundert bis zu zehntausenden Fahrzeugen. Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S), sieht darin eine Chance, ein Erlösmodell zu erproben, das Flexibilität beim Laden belohnt.
Oliver Strangfeld von TransnetBW unterstützt das Vorhaben und betont, dass Reallabore wie LadeFlexBW entscheidend sind, um Innovationen zu beschleunigen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftige Strompreise, Netzentgelte und die Integration der E-Mobilität prägen. Für die Teilnehmer entsteht zudem eine zusätzliche Einnahmequelle – passend zum europäischen Trend hin zu Nachfragesteuerungslösungen.
Bisher haben sich 15.000 E-Auto-Besitzer aus den wichtigsten Regionen Baden-Württembergs dem Projekt angeschlossen. Indem es zeigt, dass auch kleine Flexibilitäten im Alltag funktionieren, könnte LadeFlexBW die Weiterentwicklung von Ladediensten, Netzentgelten und Regularien beeinflussen. Die Ergebnisse könnten zudem den Übergang zu einer breiteren E-Mobilität erleichtern.






